Ausstellung „Könige“ eröffnet

Ausstellung „Könige“ in Balve eröffnet

Die Könige sind nur wenige Zentimeter groß. Götz Sambale stellte die Figuren im Jahr 2003 erstmals in Kölner Kirchen aus.

Balve -„Die Könige sind in Balve angekommen“, eröffnete Pfarrer Andreas Schulte am Samstag im romanischen Teil der St. Blasius-Pfarrkirche die Ausstellung „Könige“. Möglich sei dies, weil der Künstler Götz Sambale 14 seiner Werke aus Bronze den Balvern anvertraut habe, während in Balve wiederum ehrenamtliche Ausstellungspaten bis zum 29. März den Besuch ermöglichen.

Unterstützung bekam diese Veranstaltung auch vom Kirchenvorstand, der Bänke und Stühle wegräumen ließ, damit die Figuren im Kirchenraum wirken können.

Pfarrer Schulte stellte dar, dass Kirchen als solche dann funktionieren, wenn sie Menschen berühren – die „Könige“ sollen ihren Teil dazu beitragen. Jeder Besucher kann seine Eindrücke in einem von Alois Hoffmann gestalteten Gästebuch festhalten. Ergänzt wird diese Ausstellung durch „Musik zum König-sein“ am Sonntag, 15. März, von 15 bis 17 Uhr mit Anna Goeke und Hubertus Wycik.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist die Balver Pfarrkirche samstags von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, sonntags von 11.30 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie werktags von 11 bis 13 und 16 bis 18 Uhr. Weitere Öffnungszeiten für größere Gruppen wie Schulklassen können mit Anita Weins (weins.anita@t-online,de. 02375/5272) abgesprochen werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Die Ausstellung endet am Sonntag, 29. März, um 17 Uhr mit dem Bußgottesdienst vor Ostern

Der bei der Eröffnung anwesende Künstler Götz Sambale gab vor den 50 Gästen kurze Einblicke in seine Arbeit. Denn, so betonte er, nicht Worte sollten im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr die Figuren selbst. Diese fügten sich wie Besucher in die Kirche an unscheinbaren Standorten ein: „Neugierig, tuschelnd, stellen sie sich in die Ecke.“ Besonders in der Dunkelheit gewinne der Kirchenraum, wenn die Strahler helfen, die Könige zu finden. Hierbei stellte Götz Sambale besonders den Titel „König“ in Frage: „Was stellt sich jeder unter einem König vor? Warum ist jemand ein König? Was macht einen König aus? Was macht eine Krone aus einem Menschen?“ Die Antworten ließ er bewusst offen, will aber mit seinen Figuren unterschiedliche Assoziationen wecken. So kann eine kleine Figur auf einem Holzpodest entweder verloren wirken oder aber, andererseits, zeigen: „Endlich stehe ich höher! Ich habe einen eigenen Sockel, einen eigenen Raum!“

Die „Könige“ von Götz Sambale sind nur wenige Zentimeter groß; die golden gehaltene Krone hebt sich vom dunklen Körper ab. Und auch die Körperhaltung ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen – genaues Hinsehen in Verbindung mit dem Spiel von Licht und Schatten schafft beim Betrachter neue Perspektiven. So ganz besonders bei der verloren wirkenden Gruppe im Boot.

Erstmals ausgestellt wurden diese Figuren 2003 in Kölner Kirchen. „Ich gehe hiermit nur in Kirchenräume“, sagte Sambale. „Meine Figuren sind keine Ausstellungsobjekte, sie sind vielmehr Besucher: Sie spiegeln Kirchenbesucher wider.“ Erfreulich war für ihn die leere Kirche, denn „hier kämpfen die Könige nicht mit der Möblierung.“ Seine Kunst hat eine vielseitige Bedeutung: „Die Figuren zeigen stets nur das, was die Menschen in ihnen sehen sollen.“

 Von Julius Kolossa

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