Ausbildung: Neuer Truck hält am Schulzentrum

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Die pädagogischen Mitarbeiter im Truck der Metall- und Elektroindustrie standen den Jugendlichen am Dienstag gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Balve -  Zum ersten Mal hielt am Dienstag der neue Truck der Metall- und Elektroindustrie (M+E) am Schulzentrum, um für Berufe in diesen Bereichen zu werben. 25 Real- und 30 Hauptschüler informierten sich dort theoretisch und praktisch.

„Es geht darum mehr auszuprobieren, mehr selbständig zu erfahren“, sagte Klaus Bräu, einer der pädagogischen Mitarbeiter, mit Blick auf die dritten Generation der Informationstrucks, mit denen der Märkische Arbeitgeberverband die Schüler für sich begeistern will.

Die Suche nach Auszubildenden stehe ganz oben auf der Prioritätenliste in den Mitgliedbetrieben, berichtete Bildungsreferentin Sandra Fister. Besonders die kleinen und mittelständischen Betriebe würden den demografischen Wandel schon heute spüren: „Bis 2020 erwarten wir einen Rückgang bei den abgehenden Schülern von circa 20 Prozent.“

Aber nicht jeder Schüler stelle sich für die Zeit nach der weiterführenden Schule eine Ausbildung vor. Olaf Weber, Studien- und Berufswahlberater an der Realschule, erklärte: „Von den jetzt etwa 70 Neuntklässlern wollen mehr als 50 Prozent weiter zur Schule gehen.“ Aus diesen drei Klassen besuchten 25 Schüler den Truck. Von der Hauptschule kamen dieses Mal die Achtklässler, die hier auf zwei Etagen ihre ersten Einblicke in die Arbeitswelt erhielten.

Unter Anleitung programmierten sie eine computergesteuerte CNC-Fräsmaschine, um ein Werkstück anzufertigen. Anhand eines Aufzugsmodells war zu erkennen, wie eine intelligente IT-Steuerung die Wartezeit für die Nutzer reduziert, und an anderer Stelle wurde gezeigt, wie ein Deckenlicht unabhängig von zwei Stellen ein- oder ausgeschaltet werden kann. Ergänzt wurden die Exponate durch interaktive Aufgabenstellungen und Hintergrundinformationen auf Tablets.

Im Obergeschoss berichteten zwei Jugendliche, die ihre Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei der Firma Rickmeier absolvieren, aus ihrem Alltag. Svenja Ast ist im vierten Ausbildungsjahr, und steht damit kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Der ehemalige Balver Realschüler Jannis Bischoff befindet sich in seinem dritten Lehrjahr. Interessiert hörten die Schüler den Lehrlingen zu. „Dieser Bericht auf Augenhöhe der Jugendlichen kommt sehr gut an,“ stellte Sandra Fister fest. Zudem sollten Praktika genutzt werden, um herauszufinden, was den Jugendlichen gefällt. Ob die Aktion mit dem M+E-Truck letztendlich zu Erfolgen führt, muss sich noch zeigen. Erstmals jedenfalls hatten die Schüler mehr Zeit als sonst. 90 Minuten standen ihnen zum ausprobieren und fragen zur Verfügung.

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