Ausschusssitzung

Auflösung der Hauptschule: Schulrat ist skeptisch

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Zahlreiche Lehrer nahmen am Mittwoch an der Ausschusssitzung teil.

Balve - Hinter das Kapitel „Städtische Gemeinschaftshauptschule Balve“ wird nach 43 Jahren ein Haken gemacht: Die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur, Soziales, Sport stimmten in ihrer Sitzung am Mittwochabend einstimmig dafür, dem Rat die jahrgangsweise Auflösung ab Ende des Schuljahres 2016/17 zu empfehlen.

Außerdem soll ab dem Schuljahr 2019/20 an der Realschule ein Hauptschul-Bildungsjahrgang ab Klasse 7 eingerichtet werden.

Dazu meinte Schulrat Winfried Becker im Kreise der Lehrer, die diese Sitzung im Zuhörerraum des Ratssaales verfolgt hatten: „Ich hoffe im Sinne der Kinder und der Bevölkerung, dass es gut geht.“ 

Becker war von der Stadt Balve als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht eingeladen worden. Als er im Rahmen der Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt ums Rederecht bat, wofür die Sitzung hätte unterbrochen werden müssen, wurde ihm dies mehrheitlich verweigert. 

Winfried Becker wurde zwar eingeladen, durfte im Ausschuss aber nichts sagen.

„Das ist bisher einmalig für mich“, sagte er anschließend zum SV. Und dabei wollte er, zuständig für die im Kreis noch zehn existierenden Hauptschulen, die „schulfachliche Seite darstellen.“ Dass ihm dieses untersagt wurde, sorgte für Empörung und Unverständnis im Kollegium der Hauptschule um Rektorin Ulrika Scholder.
 
Für die Ausschussmitglieder war das Thema derweil ausdiskutiert. Betont wurde dabei von allen Fraktionen die gute Arbeit der Hauptschule. Deren Ende zu beschließen, sei niemandem leichtgefallen. Doch mit dem Aufgehen in der Realschule sei eine Maßnahme getroffen worden, die, so erläuterte CDU-Fraktionschef Johannes Schulte, die Sicherung einer weiterführenden Schule bedeute.

„Fünf vor Zwölf“ sei es bei den Schülerzahlen, sagte Fachbereichsleiter Michael Bathe dazu. Er erklärte dies mit den Viertklässlern, die im nächsten Schuljahr wechseln werden. 98 Schüler sind es, von denen, ausgehend von den Übergangsquoten der vergangenen drei Jahre, 14 auf die Hauptschule und 37 auf die Realschule gehen würden. Dies seien zu wenig für die Bildung von Eingangsklassen an beiden Schulen. 

Auch in den folgenden Jahren sind laut Schulentwicklungsplan die Entlassjahrgänge der Grundschulen nicht wesentlich höher: 2018/19: 105 Schüler, 2018/20: 95 Schüler, 2020/21: 99 Schüler. 

Interfraktionelle Gespräche haben im Vorfeld stattgefunden, Haupt- und Realschule sind von der Stadt schriftlich am 28. Juli über diese Zukunft der weiterführenden Schulen informiert worden. Die Schulkonferenz der Realschule hat bereits getagt und ihr zustimmendes Votum erteilt, die Hauptschule konferiert am 27. September. Die Beteiligung beider Gremien ist neben einem Ratsbeschluss erforderlich. 

Einstimmigkeit herrschte bei den Ausschussmitgliedern, darüber, dem Rat der Stadt vorzuschlagen, die Verwaltung zu beauftragen, die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule St. Johannes Balve ab dem 1. Oktober zu übernehmen. Entsprechend soll der Stellenplan um zwei Vollzeitstellen erweitert werden. Wenn die 13-Uhr-Betreuung durch die Stadt mit übernommen wird, komme eine weitere halbe Stelle dazu. 

Dem seit 2010 von den Eltern geleiteten Trägerverein, der im Juli unter anderem aus personellen Gründen seine Auflösung beschlossen hatte, wurde für seinen Einsatz gedankt. Bisher liegen 39 Anmeldungen für die 13-Uhr-Betreuung und 17 für die OGS vor. Die Beiträge sind einkommensabhängig.

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