Tonnenweise Äpfel beim Balver Kiebitzmarkt

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Mit einer so ertragreichen Apfelernte haben die Experten in diesem Jahr nicht gerechnet. Edmund Gödde, Chef des Balver Kiebitzmarktes, schätzt den Ertrag in diesem Jahr auf rund 180 Tonnen.

Balve - Berge von Äpfeln lagern derzeit auf dem Hinterhof des Balver Kiebitzmarktes. Der süße, frische Geruch der Früchte weht den Kunden bereits auf dem Parkplatz entgegen. Mehrere Tonnen werden täglich geliefert. So gut wie in diesem Jahr waren die Erträge schon lange nicht mehr.

Chef Edmund Gödde geht davon aus, dass am Ende der Saison rund 180 Tonnen Äpfel von Balve aus in die Kelterei nach Lage geliefert werden. Sie kommen mit Plastiktüten, Wäschekörben, Bananenkartons und großen Anhängern. Jeden Tag bringen Menschen aus dem gesamten Kreis tonnenweise Äpfel zum Hof Gödde. Der Markt ist einer von insgesamt fünf Annahmestellen im Kreis. Organisiert wird die Aktion seit Jahren von Naturschutzbund. Aber an ein so ertragreiches Jahr wie dieses kann sich Edmund Gödde nicht erinnern.

„Keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht am Bienenflug. Aber es gibt diese außerordentlich guten und schlechten Jahre einfach“, erklärt der Experte. Gerade wird wieder Obst angeliefert. Dieses Mal sind es keine Äpfel, sondern Birnen. Die werden sofort gewogen und separat gelagert. „Birnen sind eher selten. Eine Tonne gibt es vielleicht insgesamt. Es hat ja kaum noch jemand einen Birnenbaum im Garten“, sagt Gödde.

Es dauert nicht lange, da fährt bereits der nächste Wagen auf den Hof. Gespannt blicken Gödde und seine Kunden auf die Waage. Denn natürlich ist das Äpfel pflücken nicht umsonst. Für 100 Kilogramm gibt es 18 Euro, 18 Flaschen naturtrüben Saft, 14 Flaschen Mango-Apfel oder 1,5 Liter Apfel-Brand. „Das Besondere ist ja, dass man garantiert Saft aus heimischen Äpfeln bekommt“, erklärt Gödde. Daher würden die Äpfel auch nicht in irgendeine Kelterei gebracht. Mindestens jeden zweiten Tag bringen der Balver oder seine Mitarbeiter einen Container frischer Äpfel nach Lage. „Dort werden die Äpfel gesondert gelagert und schnell verarbeitet. So ist gewährleistet, dass keine anderen Äpfel in den Saft hineinkommen.“

Edmund Gödde sortiert grob Blätter und faule Äpfel aus.

Bereits wenn das Obst in Balve abgegeben wird, werden grob Blätter und faule Äpfelaussortiert. In der Kelterei wird das dann noch einmal gemacht. Über ein Sieb laufen die Früchte in Richtung Presse. Dabei werden alle Blätter und schlechten Früchte aussortiert. Nur so sei die gute Qualität zu gewährleisten.

Das schöne an der jährlichen Aktion sei, so Gödde, dass dabei sowohl der kleine Hobbygärtner mit einem Baum im Garten auf seine Kosten kommt, als auch der Landwirt, der vielleicht 20 und mehr Bäume hat. So gebe es beispielsweise Kunden, die brächten mehr als 600 Kilogramm. Andere vielleicht 15. Von einem durchschnittlichen Apfelbaum können rund 200 Kilogramm jährlich geerntet werden. „Wir sind hier die größte Sammelstelle im Kreis und die einzige, in der täglich zu unseren Öffnungszeiten Obst abgegeben werden kann“, erklärt der Apfel-Experte.

Übrigens: Es ist egal, welche Sorte Äpfel abgeben wird. Meist seien es jedoch die älteren Sorten, wie beispielsweise Boskop. Gepresst werden später jedoch alle Apfelsorten gemeinsam.

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