Tagespflege-Einrichtung in Balve geplant

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Das alte Schwesternwohnheim steht schon lange leer. Zwischenzeitlich wurden Flüchtling in dem Gebäude untergebracht.

Balve - Bald beginnen die Bauarbeiten im Erdgeschoss des ehemaligen Schwesternwohnheims, denn dort soll eine Tagespflege-Einrichtung mit 14 Plätzen entstehen. DRK Soziale Dienste Iserlohn Land gGmbH wird Betreiber der teilstationären Pflege.

„Die vollstationäre Pflege ist in Balve gut etabliert, die teilstationäre nicht“, sagt Geschäftsführer Bernd Krämer. Das soll sich bald ändern. Geplant ist die Eröffnung für den 1. Januar 2017. Bis dann muss aber noch einiges passieren: „Wir müssen einige Umgestaltungsmaßnahmen vornehmen“, erklärt Krämer.

Für die nötigen baulichen Veränderung liege bereits eine Baugenehmigung vor. Nach dem langen Leerstand des alten Schwesternwohnheims des St. Marienhospitals – in dem zwischenzeitlich Flüchtlinge untergebracht waren – sind verschiedene Arbeiten nötig, um die Einrichtung seniorengerecht zu gestalten.

„Türen werden teilweise verbreitert“, Wände entfernt und neue, barrierefrei Sanitäranlagen installiert, zählt Krämer auf. Der Eingang werde an den Dechant-Amecke-Weg verlegt, denn von dort sei es für die zukünftigen Gäste möglich, die Tagespflege „niveaugleich“ zu betreten.

"Offenes Verhältnis" in dem großen Wohnraum

Auf einer Fläche von 260 Quadratmetern soll es außerdem einen großen Gemeinschafts- und Therapieraum, Ruhe- und Beschäftigungsbereiche geben. Die Küche befindet sich in einem offenen, etwa 70 Quadratmeter großen Raum, sodass ein „offenes Verhältnis“ herrsche, sagt Krämer. „Zum einen kann man die Patienten so bei ihren Eigenbeschäftigungen beobachten, zum anderen kann man sie auch schnell mit einbinden.“

Und das ist das Ziel der Tagespflege-Einrichtung: Die Patienten, die zwischen einem und fünf Tagen kommen können, werden – soweit es ihre jeweilige Gesundheit zulässt – beim gemeinsamen Kochen helfen können. Zur weiteren Beschäftigung gehören unter anderem Klönkreise, Spiele und Zeitunglesen. „Wir beschäftigen die Gäste und fördern sie“, sagt Krämer. „Ein sinnvoller Zeitvertreib am Tag.“ Mit dem dazugehörigen Fahrdienst können Patienten auch von zuhause abgeholt und wieder dorthin zurück gebracht werden.

"Umkehrung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs"

In Menden gibt es seit rund 20 Jahren eine solche Tagespflege-Einrichtung mit 23 Plätzen, in der unter anderem auch demenzielle Patienten betreut werden. Was kann der Mensch noch? Wo kann man ihn durch Zuwendung unterstützen? Im Fokus liegt bei der Tagespflege laut Krämer die höhere Förderung der Eigenaktivität. So entstehe bei den Patienten eine deutliche Leistungssteigerung.

Früher sei die Zeit bei der Betreuung bestimmend gewesen: Das sogenannte „Minutenzählen“, nennt es Krämer. Wie viel Zeit braucht man für die Grundpflege des Patienten, für das Ankleiden und so weiter? Heute sei das anders: Bernd Krämer spricht von einer „Umkehr des Pflegebedürftigkeitsbegriffs.“

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