Acht verendete Rehe – wildernde Hunde in Verdacht

Ein flüchtender Rehbock ist wendig und schnell. Die Tiere, die in Garbeck gerissen wurden, sind möglicherweise nicht nur von einem Hund angegriffen worden.

Garbeck -  Sieben verendete Rehe sind seit Anfang des Jahres im Revier Garbeck gefunden worden, ein weiteres direkt hinter der Reviergrenze. Um herauszufinden, was dahinter steckt, sind Kadaver zum staatlichen Veterinäruntersuchungsamt nach Arnsberg geschickt worden.

„Teilweise konnte man massive Bissverletzungen am Träger feststellen“, berichtet Jagdpächter Thomas Schröder. Ob allerdings alle verendeten Rehe durch einen Angriff zu Tode kamen oder auch kranke Tiere darunter waren, könne nicht geklärt werden: Einige Kadaver wurden erst gefunden, nachdem Kopf und Träger – so wird der Hals des Schalenwildes in der Waidmannssprache genannt – schon nicht mehr vorhanden war. Das sei ganz normal, wenn ein Tier schon länger verendet sei, erklärt Schröder: „Füchse verschleppen das sehr gerne, um in Ruhe fressen zu können.“

Die Kadaver, die größtenteils im Bereich um das Gestüt Maiworm herum gefunden worden, haben für Gerüchte gesorgt. Eines kann Schröder sofort dementieren: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass ein Wolf die Rehe getötet haben könnte.“ Im Gegenteil: „Ein Wolf tötet, um sich zu ernähren, und nicht aus purer Jagdlust, wie es hier der Fall ist.“ Schröders Verdacht geht in eine andere Richtung: Er glaubt, dass die Rehe auf das Konto eines oder auch zwei wildernder Hunde gehen und ist überzeugt, dass es gelingen wird, den Besitzer der Tiere zu ermitteln.

In der letzten Zeit habe er viele Gespräche mit Hundehaltern geführt: „Ich habe eine riesige Unterstützung von vielen erfahren, die sehr ordentlich mit ihren Tieren umgehen“, sagt der Jagdpächter. Schließlich könne es nicht angehen, dass ein Hund ein Reh nur wegen seines Jagdtriebs töte. „Ich beobachte ein Kitz, das jetzt alleine zurecht kommen muss. Wenn es auf den Winter zugeht, und ich sehe, dass es immer schwächer wird, muss ich es erschießen“, stellt Schröder fest. Er versichert: „So etwas macht auch einem Jäger keinen Spaß.“

Der Jagdpächter appelliert an das Gewissen aller Hundehalter: „Bitte denken Sie auch an die anderen Tiere im Wald. Wenn ein Hund einmal Blut geleckt hat, dann wird er immer wieder töten.“

Das bestätigt auch Förster Richard Nikodem. Er ist überzeugt, dass die Rehe von zwei Hunden gejagt wurden: „Einer alleine würde es normalerweise nicht schaffen, ein gesundes Reh zu töten.“ Nikodem weist darauf hin, dass der Hundehalter nach dem Landesforstgesetz mit einem einem Bußgeld bis zu 500 Euro belegt werden könne. Eine weitere Strafe könne dazukommen: „Denn hier ist auch das Tierschutzgesetz beeinträchtigt. Seinen Hund wildern zu lassen, ist moralisch verwerflich.“

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