94 Balver Realschüler erhalten ihre Abschlusszeugnisse

Balve - An Fabian Klinker kam während der Abschlussfeier der Realschule am Freitag keiner heran: Der Schüler aus der 10 c mit seiner perfekt gebundenen Fliege hatte nicht nur als Schülersprecher einen eigenen Programmpunkt, er bekam auch von seiner Klasse für seine besonderen sozialen Einsätze eine besondere Auszeichnung und hatte obendrein mit dem Notendurchschnitt von 1,1 das beste Zeugnis von den 94 Entlass-Schülern.

Erik Schrimpf aus der 10 b war mit 1,3 der Zweitbeste, gefolgt von Niklas Mertens (1,5) aus der 10 d und Katharina Rüth (1,6, 10a). Dieser Jahrgang hat 51 Qualifikationsvermerke, 42 Schüler mit der Mittleren Reife und einem mit dem Hauptschulabschluss in seinen Reihen. 28 machen eine Berufsausbildung, einer geht nach Texas. 

Schulleiterin Nina Fröhling, die am Donnerstag in der fünften und sechsten Stunde eine gelungene Abschlussshow der Zehntklässler für ihre Schule gesehen hat, blickte während des offiziellen Abschieds zurück: „Gestartet seid ihr in veränderter Zusammensetzung im Schuljahr 2009/2010 mit 105 Schülern.“ Seitdem hätten sich die Mädchen und Jungen, die zu jungen Frauen und Männern herangewachsen sind, an sich geglaubt, sich gegenseitig motiviert, angetrieben, aber auch so manchen Kampf ausgestanden. 

Jetzt seien sie, wie vor sechs Jahren, wieder an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen. „Es ist wie an eurem ersten Schultag: Ihr seid unsicher, aber auch erwartungsvoll“, sagte sie zu diesem neuen Lebensabschnitt. Die Rektorin machte ihren Schülern Mut, hätten sie doch bisher gezeigt, was alles in ihnen stecke. Ihr Wunsch war, dass alle die Segel richtig setzen mögen, um ihr Ziel zu erreichen, „denn euch stehen alle Möglichkeiten offen.“ 

Abschluss an der Balver Realschule

In der voll besetzten Aula, in der die Klimaanlage alles tat, um die Temperatur erträglich zu halten, hielten sich alle Redner bewusst kurz. So wies Bürgermeister Hubertus Mühling in seinem Grußwort darauf hin, dass Lernen den Zugang zur Welt eröffne, und Martin Skiba, Vorsitzende des Fördervereins, gratulierte zum verdienten Ziel der Realschul-Karriere: „Macht das Beste daraus, bringt euch ein.“ 

Dazu passte die Aussage der Schulleiterin in ihrer Rede: „Nach der Schule ist vor der Schule.“ Aber: „Ihr könnt und müsst alle Entscheidungen jetzt selber treffen.“ Nun gelte es, Fähigkeiten und Talente zu entdecken und sich dabei nicht entmutigen zu lassen. „Entdeckt eure wahre Bestimmung, zieht in die Welt hinaus und entdeckt, was in euch steckt“, gab sie den 94 Jugendlichen mit auf ihren Weg. 

Motto: „Vom Anfang bis Ende, wir bleiben Legende.“

Der Einsatz aller Lehrer und der Schulleitung in der Schulzeit und der Einsatz der Eltern, die die Verantwortung für die Abendveranstaltung in Langenholthausen übernommen haben, wurde lobend erwähnt von Fabian Klinker, der sich im Namen aller Mitschüler bedankte, und das Motto des Jahrgang 2015/16 vorstellte: „Vom Anfang bis Ende, wir bleiben Legende.“ Er blickte auf die Schulzeit zurück: „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und es ins Finale geschafft.“ Jeder könne jetzt seinen ganz persönlichen Pokal in Form des Zeugnisses in die Höhe strecken. „Wir genießen jetzt unseren Abschluss“, sagte er. „Es ist jetzt Zeit, Abschied zu nehmen und eigene Wege zu gehen.“ 

Vorher aber wurden zwei weitere Schüler für besondere Verdienste geehrt: Thea Bischoff und Dennis Roland. Verabschiedet mit einem Fairtrade-Geschenkkorb wurde der Schulpflegschaftsvorsitzende Stefan Buff, der sich unter anderem beim Lehrermangel durch seinen Druck bei der Bezirksregierung einen Namen gemacht hat. Seitdem gehört der Kollege Weber zur Städtischen Realschule. 

Gedankt in diesem großen Rahmen wurde Rudolf Rüden, der nach 36 Lehrjahren in den Ruhestand geht. Dieser Pädagoge sei der Einzige, wie Nina Fröhling betonte, der in diesem Zeitraum alle Schulleitungen erlebt hätte. Die 10c war seine letzte Abschlussklasse, und auch hier blieb er, wie die Schulleiterin betonte, seiner Tradition treu: Noten mit Bleistift zu vergeben.

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