Sekundarschule legt Grundstein für Bildungserfolg

Lena Krutmann (l.) unterrichtet die Fächer Arbeitslehre, Technik und Deutsch. Ihre Kollegin Jennifer Cormann (Mitte) die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften und Sport an der Sekundarschule Altena-Nachrodt-Wiblingwerde. Ganz rechts Schulleiterin Anne Rohde im Technikraum des Teilstandortes in der Nette.  Foto: Bonnekoh

Altena - Die Sekundarschule Altena-Nachrodt-Wiblingwerde nimmt seit dem 11. Februar 2014 an dem Projekt „Sprachsensible Schulentwicklung“ teil.

Das steht für ein gemeinsam zu entwickelndes Konzept der Stiftung Mercator, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren NRW sowie der Universität Duisburg-Essen.

Schulleiterin Anne Rhode: „Eingebunden ist es in ein regionales Schulnetzwerk von insgesamt 33 Projektschulen in ganz Nordrhein-Westfalen, darunter sechs in Südwestfalen. Der Projektzeitraum umfasst drei Jahre.“

Koordinatorinnen des Projektes sind am Teilstandort der Schule in der Nette die beiden Pädagoginnen Jennifer Cormann und Lena Krutmann. Während die erstgenannte Mathematik, Naturwissenschaften und Sport unterrichtet und von den Schülern zusätzlich gewählte SV-Lehrerin und Beraterin im Netzwerk Sprachsensible Schulentwicklung ist, unterrichtet Lena Krutmann die Fächer Arbeitslehre, Technik und Deutsch. Die junge Frau ist an der Sekundarschule die Projektkoordinatorin und Beraterin im Netzwerk Sprachsensible Schulentwicklung.

Was will das Projekt?

„Sprachsensible Schulentwicklung“ unterstützt den Erwerb der Bildungssprache und zusätzlich der Fachsprache insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Das soll ihnen zusätzlich zu einem Bildungserfolg, sprich Abschluss, verhelfen. Anne Rohde: „Eine durchgängige sprachliche Bildung ist ein wichtiger Baustein für einen Bildungserfolg überhaupt und eine gelingende Integration.“

Beispiel aus dem Technik-Unterricht: Viele Schüler nennen einen Hammer ein „Dings“ oder eine Zange „das Teil da“... Da greifen die Lehrerinnen konkret ein. Hammer heiße Hammer und Zange eben Zange und nicht „Dings“ oder „das Teil da...“

Die „kleine“ Sekundarschule – sie verfügt aktuell über knapp zwei Dutzend Pädagogen und etwa 240 Schüler an beiden Standorten, ist dabei, Konzepte mit zu entwickeln, die dann in Schule und Unterricht landesweit Eingang finden. Sie befindet sich damit in Gesellschaft von großen Gymnasien, Gesamtschulen und natürlich Sekundarschulen. Anne Rohde und ihre beiden Kolleginnen sprechen im Rahmen dieser Netzwerkarbeit „von einer Vorreiterrolle, die wir übernommen haben.“ Man sei schon ein wenig stolz darauf, dass die Konzepte von Lena Krutmann und Jennifer Cormann „nicht nur in den beteiligten Schulen und bei den Projekt-Partnern vorgestellt, sondern sogar schon landesweit publiziert werden.“ Weiter Teilerfolg dieser arbeitsintensiven Arbeit: Die von beiden Frauen entwickelten Unterrichtsbeispiele in den Fächern Technik und Mathematik wurden als „vorbildliche Unterrichtsbeispiele“ eingestuft und bereits in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. „Jetzt können auch andere Kollegen von dem Ideenreichtum, pädagogischen Geschick und Fleiß der beiden profitieren“, freut sich Anne Rohde.

Ende Februar nahm ein Team des Projekt-Kooperationspartners Uni Duisburg-Essen den Unterricht der beiden Altenaer Pädagogen vor Ort im Klassenzimmer auf Film auf. Auch dieser Streifen wird jetzt als „vorbildlicher Unterricht“ in der gesamten Projektgruppe weiter gegeben. In Kürze werden Cormann und Krutmann auch als Moderatorinnen in sechs Workshops tätig sein und ihre Erkenntnisse weiter geben. „Wir gehen vorneweg“, sagt Anne Rohde und fügt an: „Es ist besonders erfreulich, dass alle Kollegen unserer Schule voll hinter dem Projekt stehen und es unterstützen.“ Das gebe zusätzlich Rückenwind. Kommende Woche haben die Schüler der Sekundarschule Altena-Nachrodt-Wiblingwerde einen Tag unterrichtsfrei – dann ist eine Fortbildung unter dem Motto: „Studientag“ angesetzt. Drei dieser Tage genehmigt die Schulbehörde pro Jahr „und das reizen wir auch voll aus“, so Rhode.

Johannes Bonnekoh

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