Zahlungsmoral in Einzelfällen schlecht

Stadtwerke mögen nicht alle Kunden

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Probleme mit der Gasrechnung sollte man nicht auf die lange Bank schieben, raten die Stadtwerke

Altena - „Natürlich haben wir ein Interesse daran, Gas zu verkaufen“, betont Marc Bunse, der Geschäftsführer der Stadtwerke. Allerdings: Für gute Ware will er auch gutes Geld sehen – „Außenstände einzelner müssen schließlich alle anderen mitbezahlen“.

Nachdem die Stadtwerke in der Vergangenheit in manchem Jahr Außenstände in sechsstelliger Höhe abschreiben musste, wurde unlängst ein Forderungsmanagement eingerichtet. Die Folge: Nicht mehr jeder wird beliefert.

Es gibt Situationen, da schauen die Stadtwerke heute genauer hin als früher. Beispiel: Ein Kunde wechselt zu einem Konkurrenzanbieter, kehrt aber relativ schnell – innerhalb weniger Wochen – wieder zu den Stadtwerken zurück. Denen schwant dann nichts Gutes. 

„Wir nehmen dann eine Bonitätsprüfung vor“, erklärt Bunse. Wenn die Schufa mitteilt, dass es mit der Zahlungsmoral des jeweiligen Kunden nicht zum Besten ist, sorgen die Stadtwerke vor – „wir fordern dann eine Sicherungsleistung oder vereinbaren mit dem Kunden den Einbau eines Prepaid-Zählers“.

Durch den fließt dann nur noch dann Gas, wenn der Kunde vorher bezahlt hat. Schwerer tut sich das Unternehmen bei „Altlasten“. Gelegentlich bekomme man es mit vermeintlichen Neukunden zu tun, bei denen sich bei näherem Hinschauen herausstellt, dass sie in früheren Jahren schon einmal Kunde des Unternehmens waren und aus dieser Zeit noch Forderungen offen sind.

Noch Forderungen offen

 „In solchen Fällen liefern wir nur dann, wenn realistisch ist, dass diese Forderungen in einem überschaubaren Zeitraum beglichen werden“, sagt der Geschäftsführer. Zu Ratenzahlungen sei das Unternehmen zwar grundsätzlich bereit – vierstellige Forderungen mit zehn Euro im Monat abzustottern funktioniert aber nicht. Dass die Stadtwerke Grundversorger sind bedeute nicht, dass sie eine Lieferpflicht hätten, räumt Bunse mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: „Auch wir dürfen uns unsere Kunden aussuchen“. Einen Nachteil hat dieser Status allerdings: „Wir merken nicht immer sofort, wenn jemand als Kunde neu zu uns kommt“. Wenn Konkurrenzanbieter einem Kunden kündigen, dann fallen die automatisch an den Grundversorger, also an die Stadtwerke – „es kann aber einige Zeit dauern, bis uns die entsprechende Mitteilung erreicht“, berichtet Bunse.

Viel Ärger

Das sind Fälle, die dann manchmal auf beiden Seiten für besonders viel Ärger sorgen: Wenn die Stadtwerke diesen Kunden gar nicht haben wollen, ist es ihre Sache, den Zähler zu sperren, auch hinter dem Geld für das bis dahin bezogene Gas laufen sie unter Umständen erfolglos hinterher. „Zum Glück gibt es solche Probleme nur mit einem geringen Teil unserer Kunden“, schildert Bunse – die Masse zahle zuverlässig und pünktlich. Grundsätzlich raten die Stadtwerke allen, die mit den Forderungen ein Problem haben, sich sofort zu melden. Dann sei es in der Regel einfacher, eine Lösung zu finden, als wenn bereits hohen Außenstände aufgelaufen seien.

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