Mehr als 100 Teilnehmer bei Integrations-Workshop

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60 Sekunden für den bisher unbekannten Menschen zur Rechten. Um die bevorzugte Arbeitsmethode kennenzulernen, stellten sich die Teilnehmer einander in einem Schnelldurchgang vor.

Altena - Die Burgstadt macht von sich reden. Im positiven Sinne, auch und gerade, wenn es um das Thema Flüchtlinge und Integration geht. Das zeigte gestern ein Workshop, zu dem an die 100 Teilnehmer aus fünf Bundesländern an die Lenne gekommen waren.

Im Lutherhaus hatte die „Deutsche Vernetzungsstelle für ländliche Räume“ als Zweig der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zum Auftakt eines zweitägigen Symposiums eingeladen, bei dem der Austausch von Erfahrungen, Ideen sowie die Entwicklung von Lösungen gefragt waren.

„Wir machen das nicht, weil es im Moment alle machen“, sagte eingangs Moritz Kirchesch von der BLE, „sondern damit etwas hängen bleibt.“ Bei einer Vielzahl von Referenten, Themen und Ansätzen könnten die Chancen dafür gut stehen.

Nach einer Aufwärm- und Kennenlernphase mit einleitenden Vorträgen in der Burgstadt ging es am späten Nachmittag gen Arnsberg zur Vertiefung der Arbeit in Kleingruppen. Mittel der Wahl war dabei das so genannte „design thinking“, eine Arbeitsmethode zum Beobachten, Verstehen und zur Findung von Lösungen. Der Workshop endet heute Nachmittag mit der Ergebnispräsentation und einer Abschlussdiskussion.

Themen und Problemfelder gab es an beiden Tagen zur Genüge: Ob „regionale Strategien zur Integration“, Kommunikation zwischen Zuwanderern und Institutionen oder Vernetzung der Ebenen bis hinunter zu Vereinen und Ehrenamtlern bis zu Fragen von Beschäftigung und Arbeitsmarkt reichte das Spektrum.

„Es wird spannend, lustig und auch anstrengend“, versprach in diesem Zusammenhang Juliane Bublitz vom Zukunftsinstitut Workshop in Liederbach, die als Fachfrau für die „design thinking“-Methode zugegen war.

Das Ziel war klar: In jedem Team sollte eine „konkrete Lösung“ erarbeitet werden. Als ein erstes Kennenlernen der Methode diente eine Übung, bei der jeder Teilnehmer aufgefordert wurde, einer ihm unbekannten Person 60 Sekunden lang zu erzählen, „wer ich bin und warum ich hier bin“ – anschließende Evaluation, also Bewertung, inklusive.

In vielen Referaten, darunter auch von Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, wurde fachlicher Unterbau beigetragen. Zum Thema Städtebau und Flüchtlinge sprach zum Beispiel Prof. Hildegard Schröteler-von Brandt von der Fakultät Architektur der Universität Siegen. Sie fragte, wie Zuwanderung zur Chance werden könne: „Es geht dabei nicht um das Ob, sondern um das Wie.“

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