ABG-Häuserkomplex „Am Lennestein 6 bis 12“ existiert seit 50 Jahren

Wohnen mit zwei Balkonen

+
Anita Spies (89) vor dem Aufzug. „Ich fühle mich hier seit 50 Jahren wohl, wollte auch nie irgendwo anders in Altena wohnen.“

Altena - Auf ein Novum in ihrer Wohnung der Altenaer Baugesellschaft (ABG) „Am Lennestein 12“ ist Anita Spies ganz besonders stolz. „Ich verfüge seit kurzem über zwei Balkone. Je nachdem wie die Sonne steht, kann ich mir aussuchen, wo ich frische Luft schnappen möchte“, sagt die 89-Jährige. Seit 50 Jahren wohnt sie in diesem Haus und sagt, dass sie im Grunde „nie woanders hin wollte in Altena.“

Verlaufen unmöglich: Die Farbmarkierung ist unübersehbar.

Heute ist die rüstige alte Dame alleinstehend, der Ehemann verstorben, der Sohn schon lange ausgezogen. „Doch hier, bei uns, am Lennestein, ist es einfach schön“, bringt sie es auf den Punkt. Natürlich nahm sie am Donnerstag am Mieterfest der Altenaer Baugesellschaft (ABG) teil, die mit allen Bewohnern der Häuser 6 bis 12 auf eine erfolgreiche Sanierung anstieß: In Blickrichtung Krankenhaus erhielt die Wohnzeile bekanntlich Aufzüge und zusätzliche Balkone. Wenngleich, und da ist die Senioren offen und ehrlich: „Wir haben zwar jetzt alle einen Aufzug zu unseren Wohnungen, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass der an der anderen Hausseite angebracht worden wäre.“ Rückblick: 1966, als Anita Spies mit Mann und Sohn „Am Lennestein 12“ einzog, herrschte in der Burgstadt Wohnungsnot. Es regnete tagelang und die Straße bestand, weil noch nicht fertig gestellt, eher aus Matsch. Auch die ABG war noch nicht Eigentümer der Wohnungen. Die besaß die Firma VDM, verwaltet wurden sie von der Firmen-Unterabteilung Wohnungsbauverwaltung, kurz WBV. „Das waren alles Werkswohnungen“, erzählt Anita Spies, deren Ehemann und sie auch persönlich „viele Jahrezehnte bei VDM tätig waren.“ Das Unternehmen stellte bewusst Werkswohnungen für junge Familie mit etwa 66 Quadratmeter Platz für jede Mietpartei zur Verfügung, um die Arbeitskräfte an sich zu binden. Viele Renovierungen, Sanierungen und Umbrüche am Haus hat Anita Spies in den 50 Jahren ihres Wohnens vor Ort miterlebt. Von immer mal wieder durchgeführten Malerarbeiten an den Fassaden über die Sanierung der Balkone bis hin zum jetzt abgeschlossenen Einbau der modernen Aufzüge zu jeder Wohneinheit und eines weiteren Balkons. „Wir Bewohner haben hier alle immer zusammengehalten.“ Spies erzählt von zahlreichen Feiern und gemeinsamen Aktivitäten. Besonders zu Schützenfestzeiten sei der Lennestein „eine Hochburg der Feiernden“ gewesen. „Und viele Kinder gab es hier! 1966, als wir einzogen, mehr als 40.“ Das ist lange her. Doch eines müsse sie feststellen, so Anita Spies: „Wenn ich auch nicht mehr alle Bewohner der Straße persönlich kenne so wie früher, ich bin ja auch nicht mehr so beweglich, ich wohne hier einfach sehr gerne.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare