Bei Winterreifen nach Temperaturen richten

+
Erich Stübner vom Autohaus Stübner.

Altena - „Wegen Reifen einen Unfall zu bauen, ist das Dümmste, was man machen kann“, sagt Erich Stübner, KFZ-Meister im Autohaus Stübner, zu einer Kundin.

Laut der Faustregel „Oktober bis Ostern“ beginnt für Autohalter nun die Zeit, den Reifenwechsel in den Terminplan zu setzen. Zwar ist die Faustregel etwas schwammig, denn es können auch im November noch 15 Grad sein und Ostern liegt immer irgendwo zwischen Ende März und Ende April. Hätte man in diesem Jahr bereits im April die Sommerreifen aufgezogen, man hätte auf den teilweise frostigen Straßen einige Probleme bekommen. „Das ist ja auch wirklich nur eine Faustregel“, sagt Stübner und rät: „Man sollte sich vor allem nach den Temperaturen richten.“ 

Nach Temperaturen richten

Sobald es beginnt, zu frieren, müssen die Winterreifen auf den Rädern sein. Winterreifen haben ein tieferes Profil und sind weicher als Sommerräder. „Das gibt einen besseren Griff auf den Straßen“, sagt Stübner. Auch in Regionen, in denen für gewöhnlich wenig bis gar kein Schnee fällt, solle man nicht das Risiko eingehen und auf den Sommerreifen weiterfahren, da nicht nur der Untergrund, sondern auch die Temperaturen entscheidend für das Fahrverhalten der Reifen sind. Anders ist das im Sommer, wenn man seine Winterreifen abnutzen will: „Das kann man dann sehr gur machen und ist auch nicht gefährlich“, sagt Heiko Janowski, Meister im Autohaus Berger. 

Laut Janowski ist auch das Alter der Reifen wichtig: „Älter als fünf Jahre sollte ein Reifen nicht sein, dann wird er hart.“ Dann nutze sich zwar das Profil nicht mehr ab, der Reifen habe dann aber keinen Griff mehr auf der Straße. „Wir kontrollieren auch regelmäßig die eingelagerten Reifen und rufen unsere Kunden an, wenn das Profil abgenutzt oder die Reifen zu alt sind“, sagt Janowski. Vier Millimeter sollte das Profil mindestens tief sein, um auf glatten Straßen oder im Schnee die nötige Sicherheit zu gewähren. Ganzjahresreifen seien in Regionen wie dem Sauerland weniger empfehlenswert: „Wenn man zum Beispiel in Dortmund lebt und nur kurze Strecken fährt, kann man das machen. Aber im Sauerland ist es absolut entscheidend, welche Räder man drauf hat, wenn man im Winter einen Berg herunter fährt“, sagt Stübner. 

Qualität der Reifen

Bei der Qualität der Reifen seien die großen Markennamen empfehlenswert. Jedoch kommt es auch hier wieder auf den Anspruch des Autofahrers an. Ein Vielfahrer sollte mehr in seine Reifen investieren als ein Sonntagsfahrer. Wichtig sei aber, dass „M+S“ auf die Reifen aufgedruckt sei, denn dies gewähre, dass der Reifen EU-Normen entspricht. „Wenn man für wenig Geld Reifen in China kauft, weiß man natürlich nicht, ob sie unseren Ansprüchen hier in Europe gerecht werden“, sagt Stübner.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare