Weyhe-Park-Rekonstruktion abgeschlossen

Neue Wege rund um die Burg Altena

+
Die Loreley ist der idyllischere der beiden Aussichtspunkte. Eine Panoramatafel erklärt den Besuchern des Burgparks, was es im Tal Interessantes zu sehen gibt.

Altena - Im 19. Jahrhundert zeichnete der Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe Pläne für einen Park rund um die Burg Altena. Sie wurden erst nach seinem Tod verwirklicht. Weil es an Pflege mangelte, verfiel die Anlage recht bald. Jetzt wurde sie zumindest in ihren Grundzügen rekonstruiert.  

Die „Backstein-Pershing“ ist verschwunden – schon der Blick aus dem Tal zeigt deshalb, dass sich am Burgberg ‘was verändert hat. Gab es bisher nur einen Rundweg direkt am Fuße der Burgmauern, so durchzieht nun ein Geflecht verschiedener Pfade die Wulfsegge.

Rund 150.000 Euro nahm der Kreis in die Hand, um die im 19. Jahrhundert vom Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe geplante Parkanlage am Burgberg zu rekonstruieren. Dass trotzdem nichts an Anlagen wie Sanssoucis oder Versaille erinnert liegt daran, dass Weyhe sich am Vorbild englischer Landschaftsgestalter orientierte, die eher naturnahe Anlagen bevorzugten.

Gut ausgeschildeter Rundweg

Ein gut ausgeschilderter Rundweg lädt ein, den Burgberg neu zu entdecken. Er beginnt links neben dem Friedrichstor und folgt zunächst dem bekannten Rundweg. Dann geht es links ab zum ersten Aussichtspunkt, der einen bemerkenswerten Ausblick über Stadt und Tal erlaubt. Eine Orientierungstafel weist auf markante Gebäude wie die alte Post, das Kreishaus und die Fritz-Berg-Brücke hin.

Wenige Meter weiter teilt sich der Weg. Rechts geht’s zu den Hängen oberhalb des Nettetals. Hier führt der Weg durch einen dichten Wald zunächst zu einer Art Lichtung, die von Hecken umsäumt ist. Dort stößt der Spaziergänger auf ein Kunstwerk des Bildhauers Hannes Forster.

Der ehemalige Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz war es, der die im Volksmund „Backstein-Pershing“ genannte Plastik am Nordwestende der Burg schuf. Die stand den Rekonstruktionsplänen im Weg – aber einfach abreißen kann man Kunst nicht so ohne weiteres. Deshalb wurde mit dem Erschaffer verhandelt – Ergebnis: Die neue Plastik, die gekonnt die Formensprache der Burg und ihrer Mauern aufgreift und damit deutlich besser in den Kontext passt. Bezahlt hat das die Märkische Kulturstiftung. Alle anderen Maßnahmen gehören zum Regionale-Projekt Lenneschiene und wurden damit von der EU gefördert.

Die Treppe ist der zentrale Punkt des Wegenetzes. Foto: Bender

Setzt man den Weg fort, so entdeckt man ein Relikt aus dem frühen 20. Jahrhundert – einen Sockel aus Bruch- und Backsteinen. Hier, wie an vielen anderen Stellen auch, wurde ein Schild aufgestellt, das dem Spaziergänger Erklärungen gibt. So erfährt er, dass es sich um ein Fundament jener Seilbahn handelt, mit dem das Material für die Restaurierung der Anlage aus dem Nettetal herbeigeschafft wurde.

Weiter geht’s hier nicht – dieser Teil des Wegenetzes ist eine Sackgasse. Also zurück – unterhalb des Spielplatzes stößt man auf eine imposante Treppe, die aufwändig saniert wurde. An ihrem Ende teilt sich der Weg erneut. Rechts herum geht es zum Parkplatz neben dem Burgtor beziehungsweise zur Klusenstraße. Wendet sich der Wanderer nach links, so kommt er zur Loreley – so heißt der zweite Aussichtspunkt, der von Bäumen umringt und deshalb der idyllischere ist. Von hier sind es dann nur noch ein paar Schritte, bis der Rundweg in den Burgweg mündet, der vom Markaner zur Thoméestraße führt.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare