Osterbriefmarken aus der ganzen Welt in Altena

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Auch auf Tauschtagen kommen Briefmarkensammler an verschiedene Marken. Die Briefmarkenfreunde Altena veranstalteten den überregionalen Tag bereits im Februar.

Altena - Hase, Eier, Osterfeuer – das höchste Fest der Christenheit wirkt auch abseits der Kirchen in viele Bereiche des Lebens hinein. Da wundert es nicht, dass es auch die unterschiedlichsten Briefmarken mit österlichen Motiven gibt.

Briefmarkenbogen aus Adschman, einem der sieben arabischen Emirate. Es zeigt Motive aus dem Leben Jesu Christi.

Heinz Gerd Rump, Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Altena, hat sich im Verein umgehört und einige Marken zusammengetragen: „Es ist das höchste christliche Fest. Man denkt, da muss man viel finden. Aber so ist es nicht.“ Weihnachtsmotive seien beispielsweise viel verbreiteter. Unter den Briefmarkenfreunden gibt es sogenannte „Motivsammler“. „Sie sammeln häufig eine bestimmte Sache“, so Rump. Blumen und Tiere seien besonders beliebt. Rump selbst interessiert sich vor allem für Briefmarken mit Motiven aus dem Deutschen Reich seit 1872. „Es sammelt bei uns keiner wirklich Oster- oder Weihnachtsmotive.“ Außerdem verschicke man auch kaum noch Briefe oder andere Post zu Ostern. 

Dennoch: Mehr als zehn Marken mit Ostermotiven hat Heinz Gerd Rump von drei Briefmarkenfreunden auftreiben können. Als allererstes sticht ein Bogen mit 16 kleinen, einzelnen Briefmarken aus dem ehemaligen Staat Ajman oder Adschman – heute eines der sieben Emirate in den Vereinigten Arabischen Emiraten – ins Auge. Auf jeder Marke ist ein anderes Bild – in Form von Ikonen und Gemälden – abgebildet. „Die Marken zeigen die gesamte Geschichte des Christentums“, erklärt der Vorsitzende. Von Maria Verkündigung, der Geburt Jesu, der Anbetung der Könige und der Taufe Jesu bis hin zur Kreuzigung und Grablegung Jesu Christi finden sich viele Teile aus seinem Leben auf dem Bogen wieder. Eine Jahreszahl ist nicht zu finden, aber Heinz Gerd Rump vermutet: „Die Marken müssen wahrscheinlich vor der Zugehörigkeit des Staates zu den Emiraten entstanden sein.“ Allein weil das ja immerhin christliche Abbildungen und keine muslimischen seien. Er betont aber: „Meistens sind die christlichen Darstellungen der muslimischen Staaten fair.“ 

Briefmarken aus der Karibik

Die Antillen-Insel Anguilla veröffentlichte 1981 anlässlich Ostern verschiedene Walt-Disney-Motive auf gezähnten Marken.

Auch andere Länder zeigen vor allem die Kreuzigung Jesu auf ihren Briefmarken. Zypern, Paraguay, Spanien, Grenada (Insel der Kleinen Antillen, Karibik) und sogar Äquatorialguinea (Staat in Subsahara-Afrika) gehören beispielsweise dazu und tauchen in den Sammlungen der Altenaer Brieffreunde auf. Als extremes Gegenteil zu den christlichen Darstellungen gibt es bunte und kindgerechte Abbildungen auf Marken. Die Insel Anguilla – sie gehört zu den Kleinen Antillen in der Karibik und ist Teil des Vereinigten Königreichs – hat im Jahr 1981 Sondermarken mit Walt Disney-Motiven anlässlich des Osterfestes herausgebracht. Tick und Trick (Huey und Dewey heißen sie auf Englisch) kleiden sich sehr vornehm. Das andere Motiv zeigt Klarabella Kuh (Clarabella Cow) und Rudi Ross (Horace Horsecollar), wie sie einen Hasen an der Leine ausführen. Bekannte Figuren aus Kinderbüchern und -sendungen verschönern auch einige Ostermarken in Deutschland. Felix, ein kleiner Hase auf Weltreise, oder Figuren von Janosch wie die Tigerente werden in einem österlichen Umfeld mit bunten Eier dargestellt. „In Deutschland werden die Marken häufig als Ostergrußmarken verkauft“, sagt Rump. Es tauchen dann Wörter auf wie „Für Dich“. Auch bei der Art der Briefmarken gibt es einen Unterschied: „Geschnitten und gezähnt können sie sein.“ Geschnitten sind die selbstklebenden Marken. Bei denen müsse man sie nicht mit mit der Zunge befeuchten, damit sie kleben. Die gezähnte Marke ist die klassische Variante. Beliebt seien auch ganz einfache Ostermotive, die Rump bei seinen Briefmarkenfreunden auftreiben konnte. 

Briefmarken aus fernen Ländern

Hasen im Schnee oder frühlingshafte Blumen wie Tulpen und Narzissen sind häufig zu sehen. Die Wertzeichen gibt es in allen erdenklichen Formen und Farben, zu jedem Anlass und mit jedem möglichen Motiv. „Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und es gibt auch kein Land, von dem es keine Marken gibt“, weiß Rump. Der Postverkehr existiere ja auf der gesamten Welt. Daher benötige man auch überall Briefmarken. Viele Staaten würden besondere Marken veröffentlichen und verkaufen, um damit Geld zu machen. In einigen Ländern sei das ein großes Geschäft. Aber wie kommt man überhaupt an Briefmarken aus fernen Ländern? „Man bekommt sie geschenkt oder man kann Pakete mit Marken aus verschiedenen Ländern kaufen.“ Über das Internet und vor allem auf überregionalen Tauschtagen gibt es ebenfalls die Möglichkeit, Marken zu erstehen. Der Verein der Briefmarkenfreunde trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat zu einem internen Tauschtag.

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