„Walk in-Tag“ im Hillside-Studio: Tattoos für guten Zweck

Tattoos für einen guten Zweck wurden am Mittwoch gestochen

Altena -  „Och, das war doch klar“, schmunzelt Max Hahne und ist gar nicht erstaunt, dass sich die Leute im Studio „stapeln“ und sich vor der Tür eine Menschenschlange auf der Treppe bis zur Lennestraße drängelt. Mit „Cafe to go“ überbrücken viele die Wartezeit, während der Tattoo-Künstler die Handschuhe zückt und das nächste Bild beginnt. „Tattoos für einen guten Zweck“ gab es am Mittwoch nämlich im Hillside-Studio. Der Erlös ist für die Flüchtlingshilfe.

Es sind Bilder, die unter die Haut gehen. Manchmal haben sie eine tiefe Bedeutung, manchmal sehen sie auch nur schön aus. Aber immer sind sie etwas ganz Persönliches. Monate muss man normalerweise auf einen Tattoo-Termin warten. Umso begeisterter wurde am Mittwoch der „Walk in-Tag“ angenommen. „Ich möchte schon so lange ein Tattoo, aber ich habe mich nie getraut, einen Termin zu machen“, erzählt Nadine. 20 Jahre alt ist die junge Frau aus Plettenberg, die eine Ausbildung zur Physiotherapeutin macht. Zwei große Kreise und Blüten lässt sie sich im Nacken tätowieren. Ihre Freundin Marie hält kurz ihr Händchen zum Mut machen, dann ist auch sie dran: „Ich bekomme Peter Pan.“ Als „Ort des Geschehens“ hat sich die Neuenraderin den Fußrücken ausgesucht.

Durchweg begeistert zeigen sich die vielen Besucher von der Idee Max Hahnes. „Wir spenden für Flüchtlinge in unserer Stadt, denn wir glauben, dass man das, was man gibt, auch zurückkommt“, sagt der Studio-Besitzer, der mit seinen Kollegen Marcel Koch und Tommy Garcia non stop Tinte in die Haut der Gäste bringt.

„Wir machen so lange, bis alle dran gekommen sind“, verspricht Alex Nieleck, der für die Organisation zuständig ist. 50 Euro kostet ein kleines Tattoo mit der Maximalgröße von sechs mal sechs Zentimetern. Nach Abzug der Materialkosten wird das eingenommene Geld gespendet.

„Mit der großen Politik haben wir hier nichts zu tun. Aber wir können vor Ort auch etwas machen“, erklärt Max Hahne, der sich auf Schwarz-Grau-Tätowierungen spezialisiert hat. Der Star-Gast aus Kalifornien, Tommy Garcia, tätowiert hauptsächlich Schriftzüge, Marcel Koch hat die Farbtattoos im Programm. Und so geht es Stich für Stich, manchmal im 15 Minuten-Takt, aber manchmal dauert es auch länger. Denn kein Kunde möchte ein Tattoo von der Stange. Und trotz Trubel gibt es auch genug Zeit für eine Beratung.

„Wir versuchen, alle Wünsche zu erfüllen. Aber der Kunde soll auch zufrieden sein, deshalb zeigen wir auch Alternativen auf, wenn etwas aus unserer Sicht nicht gut aussehen würde“, erklärt Alex Nieleck. Auf den Innenseiten der Finger zum Beispiel hält ein Tattoo nicht lange. Schmerzhaft sind übrigens der Bereich Brust, Bauch und Kehlkopf.

Zwischen Daumen und Zeigefinger halten sich die Schmerzen augenscheinlich in Grenzen, denn Ramona, die ihr viertes Tattoo bekommt, zuckt nicht mit der Wimper. „Die Sterne stehen für die Menschen, die ich verloren habe“, sagt die junge Frau aus Altena. Etwas ganz Ungewöhnliches hat sich der 23-Jährige Tino ausgesucht. Die Rennstrecke des Nürburgring hat er bereits am rechten Bein gemalt – jetzt kommen Stoppuhr und Zielfahne dazu.

„Vorurteile abbauen, Gutes tun, menschlich sein“, so heißt das Motto des „Walk in-Tages für den guten Zweck, der sogar Kundschaft aus Düsseldorf lockt.

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