Flurbezeichnung hat mit der Esche nichts zu tun

Waldmann bleibt Waldmann

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Hinter Fichten und Koniferen verbirgt sich das von Artur Waldmann gebaute Wohn- und Geschäftshaus.

Altena - Auf dem? Am? Alles falsch: In Evingsen trifft man sich „bei Waldmann“ – auch nächste Woche noch. „Mit dem Baum hat Waldmann nichts zu tun“, weiß Friedrich-Wilhelm Klinke, der Vorsitzende des Heimatvereins.

Waldmann bleibt also Waldmann, auch wenn dort am Samstag eine kranke Esche gefällt werden muss (AK berichtete). Die inoffizielle Flurbezeichnung hat ihren Ursprung im vorigen Jahrhundert: Damals baute Artur Waldmann direkt an der Kreuzung Bauernstraße/Zur Roleye (die damals noch Friedhofsweg hieß) und Wilhelmshöhe ein kleines Wohn- und Geschäftshaus. 

Waldmann war Elektriker und hatte damals gut zu tun: „Der hat gewissermaßen die Elektrizität nach Evingsen gebracht“, weiß Klinke aus den Annalen zu berichten. Bei Waldmann war also immer was los – es handelte sich nicht nur wegen des Geschäftes, sondern auch wegen der zentralen Lage der Kreuzung um einen beliebten Treffpunkt. 

„Bei Waldmann“ bürgerte sich deshalb im Laufe von Jahren und Jahrzehnten immer mehr ein. Bei Waldmann traf sich der SGV zum Wandern und der Schützenverein zum Schmücken. Bei Waldmann wurden auch Veranstaltungshinweise und sonstiges an die Esche gepinnt. 

Irgendwann brachte der SGV ein schlichtes Schild an – legalisiert war Waldmann damit allerdings noch immer nicht. Bis heute gilt, dass weder Stadtpläne noch Navis Waldmann kennen, was bei Evingser Neubürgern gelegentlich für Verwirrung sorgt.

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