Krankenhaus: Bürger sind verunsichert

Auch Dr. Georg Krupp gehört zu den neuen Ärzten, die sich bei der Bevölkerung erst noch bekannt machen müssen.

Altena -  Die Initiative der St. Vinzenz-Belegschaft hat gezeigt: Die Bevölkerung ist zu großen Teilen verunsichert. Klaudia Doebel, Sozialdienstmitarbeiterin des Krankenhauses, hörte gestern auf dem Wochenmarkt oft: „Seid Ihr überhaupt noch da?“

Viele personelle Wechsel in kürzester Zeit haben nicht gerade zur Beruhigung der Altenaer beigetragen. Auch der Umstand, dass mit der Übernahme durch die Lenne-Kliniken die Insolvenz vom Tisch ist, ist in vielen Köpfen nicht angekommen. „Viele Menschen, mit denen wir gesprochen haben, rechnen nicht mehr damit, hinter den Mauern noch ein funktionierendes Krankenhaus anzutreffen“, beschreibt Klaudia Doebel ein weit verbreitetes Stimmungsbild.

Dass Ärzte, Pfleger und Schwestern aus allen Abteilungen sich gestern erneut auf dem Wochenmarkt präsentiert und über die aktuellen Entwicklungen informiert haben, war offenbar dringend notwendig.

„Wir haben ja auch eine Vergangenheit geerbt“, bringt Geschäftsführer Michael Kaufmann auf den Punkt, weshalb Verunsicherung herrscht. „Vor einem Jahr hat das Krankenhaus die Insolvenz angemeldet. Davor hatte es schon viele Veränderungen gegeben. Ein Krankenhaus braucht zuverlässige Gesichter, die auch wir nicht in dem Maß bieten konnten, wie wir uns das gewünscht hätten. Wir haben viel dafür getan, Jens Linderhaus in Altena zu halten, der viele Jahre der Vertrauenskontakt überhaupt für die Patienten war. Jetzt müssen wir neue Ärzte einstellen und vorstellen, die sich diesen Vertrauensvorsprung erst mal wieder hart erarbeiten müssen“, so Kaufmann.

Bekannte Gesichter wie das von Internistin Miriam Rönnecke zu sehen und mit diesen Teammitgliedern ins Gespräch zu kommen, das hat vielen Marktbesuchern gut getan. Unweit der Burgapotheke hatte sich das Krankenhauspersonal aufgestellt, Flyer verteilt und seinen Besuchern eine frische Waffel angeboten.

„Man muss dieses Krankenhaus annehmen“, findet Horst Rücker. „Meine Frau und ich haben die Dienste der Altenaer Ärzte oft in Anspruch genommen und uns dort immer gut angenommen gefühlt, damals wie heute. Abschreckend waren vielleicht die langen Wartezeiten im Ärztezentrum. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das mit den Neueinstellungen ändern wird.“

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