GWS verzeichnet wachsendes Interesse

Firmen entdecken Rosmart

+
GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder (r.) und Marcel Krings, bei der GWS unter anderem zuständig für die Standortpolitik, sehen ein wachsendes Interesse der Unternehmen am Gewerbepark Rosmart.

Altena - Zwei Schornsteine auf dem Dach eines Fabrikgebäudes symbolisieren ein Industrie- und Gewerbegebiet. Ein solches Piktogramm steht auch seit anderthalb Jahrzehnten an der Einfahrt zu Rosmart.

Doch lange Zeit blieb es ruhig auf dem Höhenzug. Der Gewerbepark, ein interkommunales Areal der Städte Altena, Werdohl und Lüdenscheid, wirkte zuweilen wie ausgestorben. Mit der Beschaulichkeit ist es aber seit einiger Zeit vorbei. Der Standort ist ins Blickfeld der Unternehmen geraten: Einige bekunden Interesse, manche haben Flächen reserviert, wieder andere gekauft.

Flächen reserviert

Schweres Gerät ist an der Zufahrt zum Gewerbepark Rosmart, nahe des Kreisverkehrs, im Einsatz.

Zu den Grundstücksbesitzern zählt seit ein paar Wochen Jochen Pelzer. 5000 Quadratmeter hat der geschäftsführende Gesellschafter der PM Werkzeugbau GmbH direkt an der Einfahrt zum Gewerbepark erworben. Die Vorbesitzer, die Gebrüder Nolte, haben ihre Pläne zum Bau eines Autohauses verworfen. „Das Auftragsvolumen ist bereits mit Blick auf die nächsten Jahre so groß, dass wir das an unserem jetzigen Standort an der Sedanstraße in Lüdenscheid nicht stemmen können“, erklärte Pelzer. Zumal dort die verwinkelte Betriebsfläche über zwei Stockwerke verteilt ist und nicht einmal ein Zehntel der Neuerwerbung ausmacht. Geeignete Bestandsimmobilien habe es in der Kreisstadt nicht gegeben. Stattdessen kam ihm Rosmart täglich auf dem Weg vom Wohnort Plettenberg zum Unternehmen „in die Quere.“ Bis er schließlich im Kreisel eine Ausfahrt eher abbog und sich das Gelände näher anschaute. Entscheidendes Kaufkriterium für die Nolte-Parzelle: Den Mitarbeitern des noch jungen Unternehmens (gegründet im Oktober 2015) kommt ein Standortwechsel bei der An- und Abfahrt entgegen.„Die junge und motivierte Mannschaft musste für den Umzug auf jeden Fall gewonnen werden.“ Ein Grund, den Jochen Schröder als Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung (GWS) im Märkischen Kreis, bei den Gesprächen immer wieder heraushört. „Die Firmen sind sehr standortverbunden und bevorzugen zumutbare Entfernungen für die Belegschaft.“ 20 bis 30 Kilometer sind das Maximum. Denn der guten Auftragslage stehen am alten Firmensitz häufig Expansionsprobleme im Weg. Auch deshalb rücke Rosmart verstärkt in den Fokus der Unternehmer. „Es ist eine Kombination von Einflüssen, die den Gewerbepark interessant gemacht haben“, hat der GWS-Geschäftsführer erfahren. Die für die Vermarktung des Geländes zuständige kreiseigene Gesellschaft ist deshalb zuversichtlich, dass das seit ein bis zwei Jahren wachsende Interesse weiter anhält. „Die Wirtschaft brummt, und dann kommt irgendwann auch Rosmart aufs Tableau.“ Denn Alternativen gebe es kaum noch. Das Gewerbegebiet Wibschla in Lüdenscheid sei nahezu vergeben. Durch die sich abzeichnende Flächenknappheit gewinne der Drei-Städte-Park an Aufmerksamkeit.

Drei-Städte-Park

 Ein zusätzliches Argument ergebe sich aus dem reinen Zahlenverhältnis: Im Märkischen Kreis liegen 96 Hektar unbebaute Gewerbefläche in kommunaler Verfügungsgewalt. Fast ein Drittel entfällt auf Rosmart, weitere 22 Hektar umfasst das von Meinerzhagen und Kierspe gemeinsam ausgewiesene Areal Grünewald. „Die knappen Bodenressourcen veranlassen die Unternehmen, vorausschauend zu handeln“, so Marcel Krings, bei der GWS unter anderem zuständig für die Bereiche Fördermittel und Standortentwicklung. Dass sich das einstige „Geistergebiet“ allmählich zu einem Wirtschaftsstandort entwickele, sei auch ein Ergebnis einer Öffentlichkeitsoffensive mit vielen Informationsveranstaltungen. „Solche Präsentationen werden dankbar angenommen und die Teilnehmer kommen untereinander ins Gespräch.“ Gewerbegebiete nur noch interkommunal Die zwei Rosmart-Pioniere MN (Kaltformteile) und Mekon (Zaun- und Torsysteme), inzwischen selbst auf Expansionskurs, haben nach jahrelanger Trostlosigkeit inzwischen deutlich mehr Nachbarn: Carl Berghöfer (Fertigungszentrum für Bandtechnologie), die Spedition SKD, das Feuerwehr- und Rettungszentrum des Kreises, die Viktoria-Medizintechnik, die Repetaler Kunststoff-Color GmbH oder René Brehms geplante „Kletterwelt Sauerland“ – „die positiven Botschaften nehmen zu“, freut sich Schröder.

288 000 Quadratmeter

Das Hinweisschild auf das Gewerbegebiet ist unübersehbar.

 Doch für ihn und die GWS bleibt genug zu tun. 288 000 Quadratmeter sollen noch in neue Eigentümerhände übergehen, knapp 21 000 Quadratmeter sind bereits vertraglich gesichert (Optionsflächen), 53 000 Quadratmeter fallen unter Reservierungen. „Wir haben keine parzellierten Grundstücke“, verweist Krings auf einen Vorteil. Zudem werdeder aufgerufene Quadratmeterpreis von 65 Euro durch Hang- und Böschungsflächen im Gesamtvolumen häufig nach unten korrigiert. Ganz nebenbei wird der im Entwurf befindliche Landesentwicklungsplan, gültig für die nächsten 20 Jahre, zu einem Werbefaktor für Rosmart. Denn die Konzeption aus Düsseldorf will die Inanspruchnahme von weiterem Freiraum und die Ausweisung von Flächen auf der „Grünen Wiese“ erschweren. Schröder: „Dafür müssen sich die Unternehmer schon heute wappnen.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare