Im zweiten Heimathafen

Urbesatzung des Frettchens nach 50 Jahren wieder in Altena zu Gast

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Dem einstigen Frettchen-Kapitänleutnant Volkmar Gronau (l.) wurden nach 50 Jahren endlich Urkunde und Anstecknadel der Altenaer Marinekameradschaft durch Wolfgang Stein ausgehändigt. Er ist Ehrenmitglied.

Altena - Beste Erinnerungen an das Altenaer Schützenfest 1967 hat die Urbesatzung des Schnellboots Frettchen im Gedächtnis behalten. „Da haben wir mit den süßen Altenaer Krankenschwestern getanzt“, weiß Günther Rathke. 

Die herzliche Verbindung zur Altenaer Marinekameradschaft besteht bis heute. Am Samstag wurde Wiedersehen gefeiert am Burgaufzug. Zwei Kästen Flensburger Pils mit einem selbstgestalteten Etikett, das an die 50-jährige Freundschaft erinnert, hatten Wolfgang Stein, Ralf Röttgers und Bernd Lachmann nebst einer anständigen Portion Mettwürstchen zur Begrüßung ihre alten Freunde vorbereitet. 

Letzte Rest der Altenaer Kameradschaft

Und dem einstigen Frettchen-Kapitänleutnant Volkmar Gronau wurden nach 50 Jahren endlich Urkunde und Anstecknadel der Altenaer Marinekameradschaft ausgehändigt. „Wir hatten ihn mit Beginn der Patenschaft durch die Stadt Altena zum Ehrenmitglied ernannt“, erläuterte Wolfgang Stein. Vor Ort bilden er, Ralf Röttgers und Bernd Lachmann sozusagen den letzten Rest der Altenaer Kameradschaft. 

Zwei Kästen Flensburger hatten die Mitglieder der Marinekameradschaft mit besonderen Etiketten ausgestattet.

Die Urbesatzung des Frettchens steht in puncto Mann-stärke besser da: Vor acht Jahren hatten sich die Seeleute über Privatkontakte und Internetforen wiedergefunden und veranstalten seither ein jährliches Wiedersehen. „Natürlich mussten wir doch auch unsere Paten in Altena mal wieder besuchen!“ berichtete Günther Rathke, der heute in Iserlohn ansässig ist. 

Vor 50 Jahren angeheuert

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein konnte natürlich nicht die vergangenen 50 Jahre passieren lassen, als er die 24 Seeleute und fünf Ehefrauen am Burgaufzug begrüßte. Aber einer kleinen Geschichte der Stadtentwicklung, der lauschten die Gäste gern. Vor 50 Jahren hatten 42 junge Männer auf dem Frettchen angeheuert. „Es reichte nicht aus, einfach der Marine anzugehören. Für Schnellboote musste man tauglich sein“, erinnert sich Günther Rathke. 

Vor allem die beengten Verhältnisse, nur minimal großzügiger als auf U-Booten, machte klaustrophobisch veranlagten Soldaten zu schaffen. „Und Fremdsprachenkenntnisse waren von Vorteil“, weiß die Urbesatzung. „Denn der Funkverkehr war in Englisch.“ Die erste Fahrt führte in den finnischen Meerbusen zur taktilen Fernaufklärung, danach folgte ein Waffentraining in Hörnum. 

"Seefahrt hat uns alle geprägt fürs Leben"

Insgesamt zwölf Monate blieben die Marinesoldaten zusammen und Kaleu Volkmar Gronau sorgte dafür, dass Zusammenhalt und Kameradschaft groß geschrieben wurden. „Das rechnen wir ihm bis heute groß an“, sagen die Mitglieder der Urbesatzung über ihren Kommandanten. Herbert Salewski, Maat der Reserve aus Wattenscheid, ergänzt: „Die Seefahrt hat uns alle geprägt fürs Leben. In sehr positiver Hinsicht.“ 

24 Mitglieder der Frettchen-Urbesatzung und fünf Gattinnen wurden am Samstag herzlich von der Marinekameradschaft Altena und Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Burgaufzug empfangen.

Zu wissen, dass man im tiefen Sauerland gute Freunde hatte, das tat nicht nur der Urbesatzung gut. Auch die nachfolgenden Generationen auf dem Schnellboot freuten sich über Geschenke wie ein TV-Gerät und kistenweise Apfelsinen. Jede Besatzung revanchierte sich mit einem Mitbringsel, das Technische Hilfs-Werk hat in seiner neuen Unterkunft in der Brachtenbeck ein Frettchen-Museum mit den Kunstwerken eingerichtet. Dort ging’s natürlich am Samstag auch hin. Die Kameraden nahmen an einer schön gedeckten Kaffeetafel Platz, anschließend ging’s mit dem Bus zurück nach Fröndenberg, wo die Gruppe ihr Quartier bezogen hatte.

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