Uni-Studenten beleuchten Wohn-Situation

Dahler wohnen gerne in ihrem Ort

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Blick Evingsen - Hier fühlt sich nicht jeder Einwohner optimal versorgt.

Altena - In den Ortsteilen Dahle und Evingsen gibt es einen großen Bestand an Ein- und Zweifamilienhäusern. Was wird angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels aus diesen „Traumhäusern?“

Diese Frage war Gegenstand einer Untersuchung der Uni Münster, die Masterstudenten vor Ort durchführten. Am Mittwoch, 13. April, stellten Dozent Dr. Christian Krajewski und Masterstudent Felix Sebald die Ergebnisse der bereits 2014 erhobenen Studie den Politikern im Stadtentwicklungsprozess vor.

Studie 2014 erstellt

 Im Untersuchungsjahr lebten 2081 Bürger in Evingsen, 2324 wohnten in Dahle. Das bedeutete gegenüber dem Jahr 2008 schon mal je einen Rückgang von sieben beziehungsweise zehn Prozent der Bevölkerung in nur sechs Jahren. Die Forscher banden in Evingsen 420, in Dahle 400 Haushalte in ihre Untersuchungen ein und erzielten dabei einen Rücklauf von 18 beziehungsweise 22 Prozent, was Krajewski als „belastbares Material“ bezeichnete. Interessant: 84 Prozent der Dahler bezeichneten dabei ein Wohnen in ihrem Ortsteil als „positiv“, aber nur 60 Prozent der Evingser sahen das so. Sehr nahe beieinander lagen beide Ortsteile in dem, was bemängelt wurde: Schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, eine weiter wegbrechende Nahversorgung, die Schulschließung in Evingsen und eine alles in allem ständig schlechter werdende Infrastruktur. Dezidiert hatten die Studenten dann den Leerstand an Ein- und Zweifamilienhäusern in beiden Orten ermittelt. Die Quote lag in Evingsen bei fünf, in Dahle bei sieben Prozent. Überall fanden die Studenten in den Hausbaujahren ab 1949 bis 1959 Sanierungsstaus vor, dem gegenüber standen aber nur 17 Prozent der Dahler und 14 Prozent der Evingser, die etwa in Barrierefreiheit investieren wollen. Ganz konkret gefragt waren unter dem Strich aber 47 Prozent der Evingsen und 48 Prozent der Dahler nicht bereit, wegzuziehen oder überhaupt darüber nachzudenken.

Wegziehen steht nicht hoch im Kurs

Und dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass ihre Immobilien einem großen Preisverfall ausgesetzt sind und weiter fallen. Dahler setzen eindeutig auf den Faktor Vererben, Evingser allerdings mit 19 Prozent stärker auf einen möglichen Häuserverkauf. Was bringt eine solche Untersuchung einer Stadt und was kann sie tun? Die Uni-Absolventen schlugen ein Leer- und Flächenmanagement, angesiedelt bei der Stadt, vor. Von einer aktuellen Datenbank ausgehend könne eine Art Frühwarnsystem aufgebaut werden, um langfristig zu erkunden, wo die Stadt möglicherweise helfend eingreifen könne. Denn über das Alter der Häuser und ihrer Bewohner sowie der Anzahl der Bewohner selbst, seien viele Rückschlüsse für die nahe Zukunft möglich.

Zuzug ist keine Option

 Ernüchternd die Feststellung von Christian Krajewkski, dass Altena trotz der niederigen Preise für Immobilien, nicht auf Zuzug aus dem Ruhrgebiet oder Umland setzen solle. „Das halten wir für die falsche Stragie.

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