Rund 16 Prozent der Altenaer sind überschuldet

Altena - Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland – und in Altena – ist 2015 zum zweiten Mal in Folge, wenn auch nur leicht, angestiegen. Zum Stichtag 1. Oktober 2015 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Schuldnerquote von 9,92 Prozent gemessen.

Das ist etwa soviel wie derzeit in Neuenrade und Balve. Für Altena ergibt sich ein ganz anderes Bild: Hier ist die Zahl der Überschuldeten im Vergleich zum letzten Jahr erneut angestiegen. Lag die Überschuldungsquote im vergangenen Jahr bei 15,41 Prozent der Einwohner über 18 Jahre, so sind es jetzt 15,58 Prozent. Zum Vergleich: Der Höchstwert der vergangenen Jahre war im Jahr 2012 erreicht, als 15,9 Prozent der Altenaer überschuldet waren.

Auf einer Karte der durchschnittlichen Verschuldung in Südwestfalen zeigt sich der Süden des Gebiets, der Raum zwischen Olpe und Bad Berleburg bis hinunter nach Wilsnorf und Burbar sehr grün. Hier beträgt die Quote der Überschuldeten unter sieben Prozent; eine Ausnahme in dieser Region stellt allerdings Siegen. Entlang der Lenne ist neben Altena nur noch Werdohl dunkelrot eingefärbt. Die Werdohler Quote erreicht 14,9 Prozent. In Nachrodt-Wiblingwerde sind dagegen zum Beispiel nur 11,12 Prozent überschuldet.

Zum weiteren Vergleich: In Nordrhein-Westfalen liegt die Schuldnerquote bei 11,52 Prozent, im Märkischen Kreis bei 12,81 Prozent.

Den Zustand „Überschuldung“ definiert die Auskunftei so: Eine Überschuldung liege dann vor, wenn „der Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm zur Deckung seines Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen“. Mit anderen Worten: Die anstehenden Gesamtausgaben sind höher als die verfügbaren Einnahmen.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gibt es fünf Hauptgründe für eine Überschuldung, die von der Creditreform als „big five“ zusammengefasst werden: Mit fast 26 Prozent der Fälle führt Arbeitslosigkeit die Liste an, gefolgt von Trennung, Scheidung oder Tod des Partners mit 14 Prozent. Krankheit, Sucht oder ein Unfall machen rund 13 Prozent der Fälle aus und 12 Prozent basieren auf „unwirtschaftlicher Haushaltsführung“.

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