Viele Altenaer von der Entscheidung geschockt

Toom-Rückzug: Wut und Verzweiflung in Altena

+
Vor den Feiertagen gut besucht: Der Toom-Markt im Stapel-Center. Ende März nächsten Jahres wird sich der Markt aus Altena zurückziehen. Von der Entscheidung sind 60 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betroffen.

Altena - Der Toom-Markt zieht sich Ende März nächsten Jahres aus Altena zurück. Diese Nachricht löste bei vielen Altenaern Unverständnis und Wut aus. Vor allem in den sozialen Medien wird die Rückzugs-Entscheidung der Rewe-Gruppe heftig diskutiert.

„Das ist eine Katastrophe für die Stadt“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Viele der Kommentare zu der Toom-Schließung schlagen in die selbe Kerbe. So wird oftmals beklagt, dass es nun vor allem für ältere Menschen, die in der unmittelbaren Nähe des Stapel-Centers wohnen, keine Möglichkeiten mehr gibt, ihre Lebensmitteleinkäufe zu tätigen. Eine Userin postet dazu sarkastisch: „Super. Und Oma Meier fährt dann mit dem Taxi zum Lidl, um ihre Einkäufe zu machen.“ 

Eine Art Firmenphilosophie

Und die Politik? Uwe Scholz, Fraktionsvorsitzender der CDU Altena, kritisiert vor allem das Verhalten der Rewe-Kette. „Das scheint ja eine Art Firmenphilosophie zu sein, sich an vielen Standorten zurückzuziehen“, so der Christdemokrat. 

"Lassen uns nicht erpressen"

Dass die Rewe-Gruppe auch aufgrund des geplanten Nahversorgungszentrums in der Rahmede die Burgstadt verlassen will, kritisiert der Politiker scharf: „Wir lassen uns nicht von einem Konzern erpressen. Wir wollen Konkurrenz schaffen und stehen voll hinter dem Nahversorgungszentrum.“ Für ihn bleibt Altena ein attraktiver Standort, wenngleich er auch das Stapel-Center als Objekt kritisiert. „Die Garage ist verwinkelt und das Center vom Baustil her unattraktiv.“ 

Sein Amtskollege von der SPD-Fraktion, Lutz Vormann, sieht das anders. „Meiner Meinung nach ist das Objekt immer noch reizvoll für Interessenten“, sagt er. Dass das Nahversorgungzentrum verantwortlich ist für den Rewe-Rückzug, denkt er nicht. „Ein Edeka und Vollsortimenter wie Toom haben schon ein unterschiedliches Angebot. Außerdem verträgt Altena laut Gutachten zwei große Lebensmittelgeschäfte“, so der Sozialdemokrat. 

Nicht nur für die Mitarbeiter und Kunden findet er den Toom-Rückzug fatal, sondern auch für die Einzelhandelsgeschäfte im unteren Bereich des Stapel-Centers. „Die sind jetzt auch betroffen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende. 

Grünen-Fraktion uneinig

Während die SPD und die CDU eint, dass sie klar Stellung für den Supermarktneubau in der Rahmede beziehen, sind sich die Mitglieder der Grünen-Fraktion uneinig in Bezug auf das Bauprojekt. In der Ratssitzung am Montagabend enthielten sie sich wie immer, wenn es um dieses Thema geht „Das Thema ist sehr kompliziert“, so Oliver Held, Fraktionsvorsitzender der Grünen. 

Einige Fraktionsmitglieder sind der Meinung, dass durch den Neubau der Standort in der Stadt unattraktiver wird. „Natürlich werden sich potenzielle Interessenten auch die Marktsituation in Altena angucken“, so der Grünen-Politiker dazu. Er sieht nun auch die Stadtverwaltung in der Pflicht, bei Interessenten und Investoren Überzeugungsarbeit zu leisten, damit diese in der Stadt bleiben beziehungsweise überhaupt erst nach Altena kommen. 

"Gebäude in einem Dreckszustand"

Zurück zu den sozialen Netzwerken: Dass für das Stapel-Center ein neuer Mieter gefunden werden kann, glauben die Facebook-Nutzer nicht. „Macht mal die Augen auf. Das Gebäude ist in einem Dreckszustand. Die Sanierung würde Jahre dauern, es bleibt nun erstmal leer! Man sollte realistisch sein!“, schreibt eine Altenaerin und lässt ihrer Wut freien Lauf.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare