Vor einem Jahr Leichenfund am Burgberg

Todesfall des Altenaers Recep B.: Ermittlungen ruhen

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Unter großer Anteilnahme der Altenaer trauerte die islamische Gemeinde auf dem Bungernplatz um Recep B., bevor sein Leichnam am 9. September 2016 in die Türkei überführt wurde.

Altena - Am Montag vor genau einem Jahr wurde am Burgberg die Leiche des 20-jährigen Recep B. gefunden. Eine tiefe Schnittverletzung an der Kehle hatte dazu geführt, dass der türkischstämmige Altenaer in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 verblutete.

Wie es dazu kam, ist bis heute ungeklärt – die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen inzwischen eingestellt. Selbstverständlich würden sie dann wieder aufgenommen, wenn sich neue Anhaltspunkte ergäben, sagte gestern deren Pressesprecher Dr. Gerhard Pauli. 

Selbstmordthese stößt in Altena auf Skepsis

Schon wenige Tage nach der Tat hieß es seitens der Ermittler, es könne sich auch um eine Selbsttötung handeln – eine These, die bei vielen Altenaern auf größte Skepsis stieß. Sie hatten Recep B., der unter anderem an einer der Lenneterrassen kellnerte, als offenen und lebenslustigen jungen Mann erlebt. 

Außerdem ist bis heute unklar, mit welchem Werkzeug die Verletzungen verursacht wurden – obwohl der Burgberg mehrfach gründlich abgesucht wurde (unter anderem war eine Polizeihundertschaft im Einsatz), wurde kein Messer oder ähnliches gefunden. Erschwert wurde die Spurensuche am Fundort der Leiche dadurch, dass es in der Nacht, in der Recep B. starb, sehr stark geregnet hatte. 

Am Tatabend mit Unbekanntem unterwegs

Mit Fahndungsplakaten in deutscher und türkischer Sprache suchte die nach der Tat eingesetzte Mordkommission nach Zeugen und erhielt unter anderem den Hinweis, dass Recep B. am Tatabend unter Begleitung am Burgberg unterwegs war. Bis heute ist nicht geklärt, um wen es sich dabei handelte. Auch die Auswertung des Handys des Tatopfers brachte die Ermittler nicht weiter. 

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Nach der Tat in der Stadt kursierende Gerüchte, Recep B. sei homosexuell gewesen, mochte Pauli damals wie heute nicht kommentieren. Auch zur Rolle der Angehörigen, die sich den Ermittlern gegenüber recht wenig kooperativ gezeigt haben sollen, sagte er nichts. „Wir hatten es mit insgesamt sehr schwierigen Ermittlungen zu tun“ – das ist das einzige Statement, das er sich ein Jahr nach der Tat entlocken lässt. 

Beliebter Altenaer

Wie beliebt Recep B. insbesondere bei den jüngeren Altenaern war, zeigte sich drei Tage nach der Tat: An der von der islamischen Gemeinde organisierten Verabschiedungsfeier am Bungernplatz nahmen einige hundert Menschen teil.

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