Schafe ersetzen Rasenmäher

Joachim Effertz und Magnus Benkhofer präsentieren die neuen „Mitarbeiter“ der Baugesellschaft. -  Fotos: Schröder

Altena - Blöken statt Knattern. Schafe ersetzen auf den Grünflächen entlang der Gustav-Selve-Straße lärmende Rasenmäher. Die Idee dahinter: Die Altenaer Baugesellschaft möchte ihre Grünpflegekosten senken, andererseits aber auch aktiv etwas für den Umweltschutz tun.

Das lasse sich gut vereinbaren, hieß es aus dem Haus der Altener Baugesellschaft. Deren Vertreter knüpften im vergangenen Jahr erstmals Kontakt zu Dieter Herlemann. Der ist leidenschaftlicher Hobbyschäfer aus Rosmart und stellt der Baugesellschaft mehr als ein Dutzend Schafe auf den Wiesen am Knerling und noch einmal fast drei Dutzend Tiere am Hegenscheider Weg zur Verfügung.

„Die Flächen sollen jedoch keine Dauerweide für die Tiere werden. Wir haben geplant, dass sie in Intervallen von 10 bis 14 Tagen dort grasen können. Anschließend soll sich die Wiese wieder fünf Wochen erholen, ehe die Schafe wiederkommen“, so Magnus Benkhofer, bei der ABG für das Thema Instandhaltung zuständig. Das Unternehmen wurde von den Stadtwerken auf die tierische Idee gebracht: Eine ähnliche Aktion hatten diese 2014 am Gewerbepark Rosmart angewandt.

Laut Joachim Effertz und Magnus Benkhofer haben die Schafe sogar einen Vorteil gegenüber Rasenmähern: „Den Tieren ist es egal, ob sie auf einer gerade Fläche oder am Hang grasen. Mit technischem Gerät bekommt man an steilen Hängen, die wir vor allem im Bereich Breitenhagen unterhalten, oftmals Probleme.“ Ganz auf Technik und menschliche Unterstützung könne man jedoch nicht verzichten: „Unsere beiden Gärtner müssen mit technischem Gerät die Ränder mähen. Die Schafe achten natürlich nicht auf Ästhetik.“ Die Gärtner würden sich sogar über ein wenig Entlastung freuen. „Man muss beachten, dass wir hier von zwei bis drei Prozent der Gesamtfläche sprechen, die es zu pflegen gibt. Die Schafe gefährden garantiert keinen Job“, unterstreicht der ABG-Geschäftsführer.

Das Pilotprojekt sorgte bereits nach den ersten Tagen für viel Aufmerksamkeit auf verschiedenen Seiten. In nur drei Tagen „mähten“ die Schafe ein Viertel der 2500 Quadratmeter großen Fläche am Knerling. „An nur einem Wochenende. Und das ohne Lärm und Umweltverschmutzung!“, freut sich Joachim Effertz. Auch von den Anwohnern habe es durchweg positive Rückmeldungen gegeben: „Das sieht doch schön aus. Ich habe die Schafe eben mit dem Fernglas beobachtet. Ich hoffe nur, dass sie in Ruhe gelassen werden“, so Anwohner Peter Zöller. Magnus Benkhofer habe zudem bereits Kinder beobachtet, die begeistert waren: „Hier können die Kinder die Natur hautnah erleben. Wir überlegen, ob wir mal ganze Kindergartengruppen einladen, sich die Tiere anzusehen.“

Magnus Bernkhofer betont, dass Gucken zwar erlaubt sei, man die Schafe jedoch in keinem Fall füttern dürfe: „Die Tiere bekommen spezielles Futter. Wir haben auch die Bäume mit Kaninchendraht vor ihnen geschützt. Die fressen alles.“

Auch die Polizei und die Feuerwehr wurden von der Baugesellschaft über das neue „Personal“ informiert. „Wenn plötzlich ein Schaf auf der Straße steht, weiß man dann, wen man ansprechen kann“, erklärt Joachim Effertz.

Wenn es nach den Vertretern der ABG geht, soll es nicht bei den 7000 Quadratmetern am Knerling und Hegenscheider Weg bleiben. „Das ist doch eine tolle Lösung, die man auf sehr vielen Flächen anwenden kann!“

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