Theaterstück "r@ausgemobbt 2.0" nimmt Mobbing in den Fokus

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Das auf Einladung der Jugendförderung im Burggymnasium aufgeführte Theaterstück „r@ausgemobbt 2.0“ nahm anhand der Geschichte von Chris (links, Julia Knorst) und Jess (rechts, Marcel Langer) Mobbing in den Fokus

Altena -  „Das Video wurde geteilt.“ Was zunächst harmlos klingt, ist für die 15-jährige Chris eine Katastrophe. Eine sehr private Videoaufnahme des ohnehin bereits gemobbten Mädchens wird von anderen auf Facebook hochgeladen und macht sie so schnell zum Gespött der Schule.

In den vergangenen Jahren hat Mobbing durch den rasanten Aufstieg der sozialen Netzwerke eine neue Komponente dazugewonnen: Das Cyber-Mobbing. Es wird also nicht mehr nur auf dem Schulhof geschubst, geklaut und gedemütigt – zusätzlich werden kompromittierende Fotos oder gar Videos online mit hunderten Menschen geteilt. Das Opfer hat keine Chance mehr, der allgegenwärtigen Erniedrigung zu entgehen. Mit diesem Thema setzte sich gestern das Theaterstück „r@usgemobbt 2.0“ der Kölner Theaterproduktion „Comic On!“, die auf Einladung der Jugendförderung nach Altena kam, in der ZRG des Burggymnasiums auseinander. 

"Ich kann nicht mehr!"

Die Schüler der siebten Klassen des Burggymnasiums und der sechsten Klassen der Sekundarschule Altena/Nachrodt-Wiblingwerde wurden Zeugen der fiktiven Geschichte um die Computerspiele liebende Chris, den neuen Schüler Jess und die alle anderen schikanierende Vanessa. Chris, aufgrund ihres Hobbys und ihrer alle Trends ignorierenden Kleidung von anderen gemieden, findet in Jess einen Verbündeten, der wie sie gerne Computerspiele spielt. Von Vanessa nur mit „Ey, Freak“ angesprochen und ausgelacht, wendet sie sich dem neuen Schüler zu. A

Jeder kann Mobbing zum Opfer fallen

„Vielleicht war das ein Schuss.“ „Vielleicht ist sie irgendwo runter gesprungen.“ In der anschließenden Diskussion mit den pädagogisch geschulten Schauspielern mutmaßten die Schüler darüber, was mit Chris geschehen sein könnte. Dass Selbstmord aufgrund von Cyber-Mobbing realistisch ist, zeigten auf Nachfrage der Schauspieler alle Schüler eindeutig mit Handzeichen. Dass die Gründe für Mobbing mehr als vielfaltig sein können, wussten die Schüler: Herkunft, Aussehen, wenig Geld, dumm oder Streber, klein oder groß, dick oder dünn – jeder kann Mobbing zum Opfer fallen. Doch warum wird überhaupt gemobbt? „Die Täter fühlen sich dann cool und mächtig“, sagte Schauspieler Marcel Langer, der im Stück die Rolle des Jess spielte.

Nach der Aufführung des Theaterstücks sprachen die Schauspieler mit den Schülern über Mobbing.


 In einer Situation, in der jemand von anderen schikaniert wird, sollten die Täter nicht noch mit Lachen und Fotografieren moralisch unterstützt werden. Stattdessen solle man dem Opfer helfen und sich zum Beispiel einem Lehrer anvertrauen. Auch die Polizei könne kontaktiert werden, da Teile des Mobbings, wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung, strafbar sind.

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