500-Euro-Scheine für Tagesgeschäft nicht nötig

Nicht nur am Schalter, sondern auch an manchen Geldautomaten der Sparkasse bekommt man 500-Euro-Scheine.

ALTENA - Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird immer wahrscheinlicher. An Tankstellen ist die große Banknote beispielsweise nicht einmal erwünscht, in bestimmten Branchen im Einzelhandel hingegen wird sie häufiger gesehen. Doch wird der violette Papierschein den Bürgern überhaupt fehlen?

In den Altenaer Banken fällt die Nachfrage nach den großen Scheinen unterschiedlich aus. „Bei uns fragen Kunden mehrmals die Woche nach“, so Holger Wolf, Leiter Privatkunden der Sparkasse Altena. „Vom Gefühl her sogar mehr als nach 200-Euro-Scheinen“

„Es gibt teilweise auch an den Geldautomaten die Möglichkeit, 500-Euro-Scheine abzuheben.“ Aber das sei nicht bei allen Automaten der Fall, das würde sonst die Kapazitäten sprengen. „Ich kann nicht sagen, dass der 500er ein seltenes Geschäft ist“, sagt Holger Wolf.

Bei der Volksbank im Märkischen Kreis sieht das schon anders aus: „Nach unserer Wahrnehmung gibt es bei den Kunden keinen Bedarf nach 500-Euro-Scheinen“, sagt Lavinia Heße, Direktorin des Vertriebsmanagements der Volksbank. Aber es gebe Ausnahmen bei größeren Bargeldabholungen im vier- oder auch fünfstelligen Bereich wie beispielsweise für Autokäufe.

„Die klassische Stückelung in unseren Geldautomaten reicht von 5- bis 50-Euro-Scheinen“, so Lavinia Heße. Für das klassische Tagesgeschäft seien größere Scheine nicht notwendig. „Die 500er sind eher die Ausnahme. Kleinere Stückelungen sind insgesamt einfach beliebter.“

Die großen Banknoten nehmen die Mitarbeiter der bft-Station D’Addario in der Rahmede gar nicht entgegen. „Wir haben nicht so viel Geld in der Kasse, um genügend Wechselgeld auszugeben.“ Bis zu 100 Euro seien alle Scheine in Ordnung. „Wenn jetzt ein Kunde für 110 Euro tanken würde, nehmen wir auch einen 200-Euro-Schein.“ Aber das sei die Ausnahme. „So große Scheine sind auch einfach zu unsicher.“ Man wisse nicht, ob es vielleicht auch mal Falschgeld sei.

Ulrike Betzler-Hüttemeister, Inhaberin des Juwelier Betzler, hingegen hat häufiger mit den violetten Scheinen zu tun. Das Bezahlen mit einem 500-Euro-Schein sei kein Problem, aber auch nicht an der Tagesordnung. „Vor allem die jüngeren Kunden zahlen meistens nicht mehr bar. Die Kartenzahlung merkt man stetig mehr“, sagt Ulrike Betzler-Hüttemeister. Beim Goldankauf wiederum habe sie mit größeren Barbeträgen zu tun – und da tauchen auch 500-Euro-Scheine auf.

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