200 Syrer suchen nach einer Kirche

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Begegnung im Pfarrsaal von St. Matthäus: Rund 200 Mitglieder der syrisch-katholischen Gemeinde aus dem Ruhrgebiet sahen sich am Sonntag in Altena um.

Altena - Rund 200 Gläubige der syrisch-katholischen Gemeinde Essen besuchten am Sonntag die Stadt Altena. Sie suchen eine Kirche.

In Essen müssen sich die Syrer mit anderen Auslandskirchen arrangieren, wenn es um die Feier ihrer Gottesdienste geht – sie teilen sich dort mit anderen eine Kirche. Das weckte den Wunsch nach einer eigenen Kirche – in Altena schauten sich die Essener zunächst die ehemalige Kirche St. Paulus in der Rahmede an. Allerdings war vorher schon seitens des Bistums signalisiert worden, dass eine Reaktivierung dieses Sakralbaus nicht in Frage kommt: Zum einen ist sie bereits vor Jahren entwidmet worden, zum anderen wäre einiger baulicher Aufwand erforderlich, um St. Paulus wieder dauerhaft als Kirche zu nutzen.

Bistum hat angeregt, im Gespräch zu bleiben

 Der Bischof hat in dieser Sache das letzte Wort: Die syrisch-katholischen Gemeinden sind „uniert“ und damit Teil des Ruhrbistums. In Altena waren die Syrer Gast der katholischen Kirchengemeinde, die zum Empfang in den Pfarrsaal eingeladen hatte und die St. Matthäus-Kirche für einen Gottesdienst zur Verfügung stellte. Das Bistum habe angeregt, im Gespräch zu bleiben und darüber nachzudenken, ob eine Intensivierung der Zusammenarbeit denkbar sei, sagte gestern Stefan Kemper, der am Sonntag sozusagen in doppelter Mission unterwegs war: Als Vorsitzender der Kolpingsfamilie ist er aktives Mitglied der Kirchengemeinde, als Kämmerer repräsentierte er die Stadtverwaltung. 

"Die meisten waren anerkannte Asylbewerber"

Gemeinsam mit dem Bürgermeister habe er auch versucht, den Gästen die Stadt Altena und ihren Umgang mit den Flüchtlingen nahe zu bringen, berichtete Kemper gestern. Allerdings: Im Gespräch mit den Besuchern stellte sich schnell heraus, dass die wenigsten von ihnen mit der aktuellen Flüchtlingssituation in Verbindung stehen. „Die meisten waren anerkannte Asylbewerber, zum Teil leben sie schon seit mehr als zehn Jahren in Deutschland“, berichtete Kemper. „Ganz unterschiedlich“ sei auch der soziale Status der Gäste gewesen, wusste er nach der sonntäglichen Begegnung: „Es waren durchaus auch einige Unternehmer dabei“.

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