Jeden Morgen ein Bett-Foto

Altena

Altena - "Es gefällt mir hier", sagt Eilike Schlenkhoff.  Vor ein paar Tagen ist die 31-Jährige für ein knappes halbes Jahr als Stipendiatin der Werkstatt Altena Neu-Burgstädterin geworden. Und sie hat den Kopf voller Ideen.

Eilike Schlenkhoff hat den Kopf voller Ideen und strahlt über das ganze Gesicht. „Ja, hier an der Gartenstraße 40, kann ich arbeiten. Hier ist Platz, Zeit und Geld ist auch da. Das werde ich genießen!“ Vor ein paar Tagen ist die 31-Jährige für ein knappes halbes Jahr als Stipendiatin der Werkstatt Altena Neu-Burgstädterin geworden. Sie arbeitet aber nicht im Kutscherhäuschen an der Burg Holtzbrinck. „Ich bin der Altenaer Baugesellschaft dankbar, dass ich an der Gartenstraße arbeiten kann. Hier ist das Licht in den Räumen ganz anders. Das sind optimale Voraussetzung für mein Tun“, sagt sie. Die studierte und diplomierte Meisterschülerin der Freien Kunst, die bei Professor Cornelius Völker, Kunstakademie Münster, ihr Examen ablegte, lebt und arbeitet gewöhnlich in Wuppertal. Bevor sie von einer Jury als neue Stipendiatin nach Altena geholt wurde, „hatte ich noch nicht viel über die Stadt gehört“, gibt sie frei und offen zu. „Aber, hier gefällt es mir.“ Im fast rundum-verglasten Haupt-Atelierraum hat sie einen wunderbaren Blick auf die Lenne, die Linscheid- und Bahnhofstraße und „den sich zurzeit herrlich färbenden Herbst-Wald. Besonders morgens, wenn dort alles noch im Nebel liegt, ist das wunderschön anzusehen“, sagt die junge Frau. Sie hat neben ihrem Studium der Freien Kunst in Münster auch noch an der Freien Akademie der Bildenden Künste in Essen Malerei und Fotografie studiert. Wobei: „Hier, in Altena, möchte ich einen Schwerpunkt auf Ölmalerei legen“. Ein bisschen davon kommt schon rüber beim Atelier-Besuch, wo irgendwie ein liebevolles, aber creatives Chaos den Raum zu beherrschen droht. Schlenkhoff malt konzeptionell, abstrakt oder gegenständlich. „Ich beginne ein Werk und lasse es dann entstehen“, sagt sie oder, wie bei der „Augentäuschung“, eines ihrer Spezialgebiete, komme erst das durchdachte Konzept, „bevor ich den ersten Pinselstrich mache“. Da ist beispielsweise dieses rotdominierte Bild, durch das ein Nagel zu stechen droht oder, bei einem weiteren Werk, ein schlichter senkrechter Streifen von oben nach unten über die Leinwand führt. Beides sehenswert, wie ein Blick in eine zufällig da liegende Mappe mit einigen weiteren Arbeiten zeigt. Eilike Schlenkhoff malt oft mehrere Bilder gleichzeitig, lässt sie wirken und verändert sie nach und nach. Leben kann sie von ihrer Kunst „noch nicht“, jobbt daher noch ein wenig nebenbei. „Doch kürzlich habe ich nach einer Ausstellung – und davon bestückte sie in Deutschland bereits viele, die auf gute Kritiken stießen, in Düsseldorf sehr gut verkauft“ Zuhause umgibt sie sich gerne mit „Bildern, Rahmen oder Kleinkram.“ Das fördere ihre Fantasie und Kreativität. Die beweist sie im übrigen auch seit sieben Jahren mit einer besonderen Marotte. „Ich fertige vor dem täglichen Aufstehen ein Foto von mir in der alten analogen Aufnahmetechnik an. Auch diese Bilder habe ich schon einmal ausgestellt.“ Vorgenommen hat sich die junge Frau, „mit den Altenaern ins Gespräch zu kommen, auf sie zuzugehen.“ Angedacht sind „offene Tage“ im Atelier oder das Arbeiten mit Demenzkranken und Schul- beziehungsweise Kindergartenkindern. Obligatorisch ist, dass sie zum Ende ihres Aufenthaltes eine Ausstellung bestücken wird.

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