KAE-Lokomotive Carl hat Besitzer gewechselt

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Investor Wim Pater (r.) und Udo Feldhaus von der Herscheider Museumsbahn während der jüngsten Ratssitzung.

Altena - Die alte KAE-Lokomotive Carl hat am Mittwochabend den Besitzer gewechselt: Gleich nach einem entsprechenden Beschluss des Rates wurde noch nach der Sitzung der Kaufvertrag unterzeichnet. Das bestätigt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Die Konditionen klingen gut und eröffnen interessante Möglichkeiten. Als großer Freund historischer Eisenbahnen ist der niederländische Investor Wim Pater bereit, 100.000 Euro für das Schmalspur-Dampfross zu geben. Davon wird – es handelt sich um eine zweckgebundene Einnahme – zum einen ein Nachbau gefertigt, der seinen Platz am ehemaligen KAE-Tunnel an der Lüdenscheider Straße bekommen könnte. „Dieser Standort steht ja mit der Tradition der KAE in einem passenden Zusammenhang“, findet der Ratsvorsitzende.

Zwar ist noch zu klären, wie sich die Eigentumsverhältnisse dort genau gestalten, doch sei das wohl eher Formsache, so der Bürgermeister.

Auch der zweite Teil des Handels mit dem niederländischen Eisenbahnfreund hat eine positive Seite für die Stadt. Mit dem verbleibendem Teil des Verkaufserlöses soll im zukünftigen Lennepark an der Westseite des Flusses ein Kinderspielplatz gebaut werden.

Und es gibt einen weiteren Aspekt: Nachdem für lange Jahre festzustehen schien, dass Carl nicht wieder fahren würde, so soll der Verkauf an den niederländischen Investor nun genau das möglich machen. Irgendwann in der nicht allzu fernen Zukunft wird Carl wieder unter Dampf gesetzt und soll auf Schienen rollen. Und das sogar in der Nähe seines ehemaligen Wirkungsbereiches, nämlich bei der Märkischen Museumseisenbahn in Herscheid. Das werde zwar nur bei einzelnen Veranstaltungen möglich sein, so Hollstein weiter, bedeute aber doch gegenüber dem Status Quo eine ganz erhebliche Verbesserung. „Das ganze ist ein echtes Win-Win-Geschäft.“

Mit Rücksicht auf den Zustand der historischen Lokomotive soll Carl im Übrigen nicht noch einen weiteren Winter an seinem jetzigen Standort im Schatten der Fritz-Berg-Brücke verbringen. Schon für die kommende Woche ist sein Abtransport ins Auge gefasst.

Dann wird 1907 gebaute Lokomotive zunächst an den Standort des „Kleinbaan Service“ in Winschoten in der Provinz Groningen im Nachbarland verbracht. Dort werden sich Fachleute den Zustand des Gefährtes genau ansehen und zum Beispiel ermitteln, welche Teile noch zum Original gehören und welche während der Restaurierung ausgetauscht wurden. Wim Pater hat nach Auskunft des Bürgermeisters im Übrigens bereits recht konkrete Pläne für mögliche Kooperationspartner im Rahmen der Wiederinbetrieb nahme: So gebe es in Wetzlar einen Betrieb, der Lokomotiven-Dampfkessel nach originalen Vorbildern bauen könne.

Carl wird im Übrigen auch weiterhin Carl bleiben, behält also seinen angestammten Namen. Auch der Heimatbahnhof Altena soll an der Lokomotive vermerkt werden.

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