Stadtführung widmet sich der besonderen Rolle des Werkstoffes

Auf der Spur des Altenaer Drahtes

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Stadführerin Klinke zeigt die Hochwassermarke in der Innenstadt. Sie hatte Auswirkungen auf die kleinen Drahtrollen in der Stadt.

Altena - "„Ein kleines Stückchen Altena ist überall auf der Welt zu finden.“ Ob der Yangtse-Damm in China oder die Golden Gate Brücke in San Francisco: Keine dieser Architektur-Ikonen kommt ohne Draht aus Altena aus.

Eins vorneweg: Altena ist nicht die Wiege der Drahtzieherei. Die steht in Nürnberg. Allerdings lief es für die Altenaer Drahtindustrie bald so gut, dass sie sich ein Monopol aufbaute und Nürnberg in den Schatten stellte. Diese und andere interessante Geschichten rund um die Drahtzieherei in Altena erzählte Stadtführerin Jutta Klinke am Mittwochabend, 12. Oktober,  zahlreichen interessierten Teilnehmern der Führung „Auf der Spur des Drahtes“. So sollten zum Beispiel während des Siebenjährigen Krieges Männer eingezogen werden. Die Altenaer Männer im kampffähigen Alter waren

in Produkt aus Draht, wenn auch aus jüngster Zeit, sind die Drahtbäume an der Lenneuferstraße. Auch zu diesem Wahrzeichen machte die Gruppe um Jutta Klinke am Mittwoch einen Abstecher

dafür besonders geeignet, da sie aufgrund ihrer körperlichen Arbeit sehr kräftig waren. Als Drahtzieher gingen sie jedoch auch einer kriegswichtigen Arbeit nach und hätten daher eigentlich vom zum Kriegsdienst verschont werden sollen. Von diesem Recht machten sie auch Gebrauch, als ein preußischer Gesandter mit Verstärkung nach Altena kommen wollte, um die Drahtzieher mit Gewalt einzuziehen. „Der Altenaer war schon damals stur und auch wehrhaft“, erzählt Klinke. Mit glühenden Eisenstangen fertigten die Drahtzieher Igel-ähnliche Gebilde, mit denen sie die preußischen Soldaten abwehrten. Während die einen mit den heißen Waffen die Stadtgrenze verteidigten, sorgten die anderen für permanenten Nachschub. Auch die Altenaer Frauen beteiligten sich am Widerstand und schütteten den Soldaten kochendes Wasser über die Köpfe. Am Ende schafften es die Soldaten nicht einmal vor das Stadttor und mussten – ohne die kräftigen Altenaer Männer – wieder umkehren. Ob das Hochwasser in Altena oder der große Stadtbrand von 1702 – zu all diesen Themen weiß Jutta Klinke eine Geschichte zu erzählen. Die nächste Führung findet am Sonntag, 20. November, ab 10.30 Uhr zum Thema „Der alte Siedlungskern der Nette“ mit Gerd Klimpel statt. Treffpunkt ist am Eksi-Parkplatz, die Teilnahme kostet drei Euro pro Person.

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