Wenn’s dicke kommt, wird abgebrochen

Mehrfach schon prasselten in diesem Sommer Hagelkörner dieser Größe vom Himmel, zuletzt in der Eifel. -  Foto: dpa

Altena - Keine Frage: Der Sommer 2016 ist einer der Extreme. Zwar blieb Altena bisher weitestgehend von Unwettern verschont. Trotzdem stellt sich die Frage: Was passiert, wenn es passiert – zum Beispiel während einer Großveranstaltung wie dem Mittelalterfest?

„Dafür und auch für die Schützenfeste existieren Sicherheitskonzepte“, erklärt Josef Paul, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Auch das Wetter spiele darin eine Rolle: Die Veranstalter seien verpflichtet, auf sich abzeichnende Gefahren durch Sturm, Hagel oder Gewitter zu reagieren. Dazu sei für jede Veranstaltung ein Krisenstab zu bilden – beim Mittelalterfest steht der Bürgermeister an dessen Spitze. Er müsste also zusammen mit dem Ordnungsamt, der Polizei und den sonstigen Sicherheitskräften bei konkreten Warnungen entsprechende Maßnahmen treffen – und zwar „bis hin zum Abbruch“, wie Paul erläutert.

Fragt sich nur, wie man einige tausend Festbesucher innerhalb kürzester Zeit in Sicherheit bringt. „Es würde dann versucht, so schnell wie möglich möglichst viele Busse zu ordern“, erklärt Paul. Außerdem sei in solchen Fällen vorgesehen, die Besucher in die Tiefgaragen zu schicken – „aber nur in die, die nicht volllaufen können“. Bei richtigem Starkregen bietet zum Beispiel die untere Ebene der Fritz-Berg-Tiefgarage keinen absolut sicheren Schutz.

Dass diese Überlegungen aufgehen, zeigte sich beim Stadtfest Anfang Juni. Dabei handele es sich zwar noch nicht um eine Veranstaltung in der Größenordnung, die ein Sicherheitskonzept erforderlich mache, sagte Paul. Trotzdem habe man sich angesichts der damaligen Wetterlage mit der Frage beschäftigt, was im Fall eines starkenb Gewitters zu tun sei. „Dass der Bungernplatz dann geräumt wird, war vorher abgesprochen“, erklärt der Ordnungsamtsleiter und lobt: „Das hat dann ja auch reibungslos geklappt.“

Bei kleineren Veranstaltung ist das Ordnungsamt nicht mit im Boot: Bei Gemeindefesten, Vereinspicknicks und anderen Festen dieser Art sei es Sache der Veranstalter, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie sie auf extreme Wetterlagen reagieren, erklärt Paul und empfiehlt den Verntwortlichen, diese Aufgabe tatsächlich auch ernst zu nehmen – „das hat unter Umständen auch haftungsrechtliche Konsequenzen“.

Das ist nicht weit hergeholt, es gibt eine Reihe derartiger Fälle. Wenn zum Beispiel eine heftige Gewitterböe eine schlecht gesicherte Hüpfburg umwirft und Kinder zu Schaden kommen, interessiert das mit Sicherheit auch den Staatsanwalt.

Auf diese kleineren Veranstaltungen hat das Ordnungsamt schon deshalb keinen Einfluss, weil es davon unter Umständen gar nichts weiß. Solche Veranstaltungen müssen nämlich grundsätzlich erst mal nicht genehmigt werden – „es sei denn, es wird öffentlicher Verkehrsraum in Anspruch genommen“. Auch wenn Alkohol ausgeschenkt wird, muss das Ordnungsamt ins Boot geholt werden: „Dann benötigt der Veranstalter eine Schankerlaubnis“, erklärt Paul. Auf die Einhaltung dieser Vorschrift lege die Stadt durchaus auch Wert: Wer ohne Erlaubnis den Zapfhahn aufdreht, begeht eine Ordnungswidrigkeit, wegen der er zur Kasse gebeten werden kann.

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