Betriebe helfen bei Integration

Blick in ein Drahtwerk: Altenas Industrie hat immer wieder von Migration profitiert. Foto: Bender

Altena - Altenas Industriebetriebe sind bereit, ihren Anteil zur Integration der Flüchtlinge zu leisten. Das ist die Botschaft, die Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Mittwoch von einem Unternehmerfrühstück in der Burg Holtzbrinck mitbrachte.

Viele Firmen hatten Vertreter dorthin entsandt, andere hatten sich aus terminlichen Gründen entschuldigt, dabei aber mitgeteilt, dass sie durchaus bereit seien, Flüchtlingen eine Art betriebliche Erkundung zu ermöglichen.

Anlaufen soll das von der Stadt gemeinsam mit der Arbeitsagentur ersonnene Programm im März oder im April. Bis dahin muss die Stadt ihre Hausarbeiten gemacht haben: Erstmals seit Beginn des Flüchtlingszustroms wurde im Rathaus zusätzliches Personal eingestellt – zwei Teilzeitkräfte sollen gemeinsam mit der inoffiziellen Flüchtlingsbeauftragten Anette Wesemann herausfinden, welche berufliche Qualifikation die in Altena lebenden Asylbewerber haben. Sie sollen dann zu gemeinnützigen Tätigkeiten eingesetzt werden – was bei der Renovierung der Wohnräume im ehemaligen Trippe–Haus bereits im Kleinen begonnen hat, soll durch Arbeitseinsätze zum Beispiel beim Baubetriebshof noch ausgebaut werden. Dabei gehe es unter anderem darum, sich einen Eindruck über Motivation und die vorhandenen Sprachkenntnisse zu verschaffen, erklärte Hollstein den Unternehmern.

Die Verteilung an die Betrieben soll dann möglichst zielgerichtet sein – „wir wollen die Flüchtlinge gemeinsam mit den Firmen so einsetzen, dass das ihren Kenntnissen entspricht“, sagte Hollstein. Auf diesem Wege erhofft er sich auch Hinweise darauf, welche zusätzlichen Qualifikationen noch erforderlich sind. Günstigstenfalls führe diese betriebliche Erkundung dazu, dass es zu festen Arbeitsverhältnissen komme. Zumindest bekomme man aber einen Eindruck darüber, wie die einzelnen Flüchtlinge sich in der deutschen Arbeitswelt zurechtfinden.

Ein Vertreter des Arbeitsamtes schilderte, dass im Laufe des Jahres 2016 überbetriebliche Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt geplant seien. Darauf wollten die Altenaer Unternehmen aber nicht warten, sondern gemeinsam mit der Stadt einen eigenen Weg finden.

Unterrepräsentiert war am Mittwoch das Handwerk. Hier werde er die Betriebe in den nächsten Wochen gezielt ansprechen, kündigte der Bürgermeister an.

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