Mit bescheidenen Mittel viel bewegt

25 Jahre Städtepartnerschaft Altena-Pinsk

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Anatoli Sukharevich, Vize-Bürgermeister aus Pinsk, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Rechts freut sich Angelika Mosch, die den Wappenteller der Stadt Altena als Dank für ihr Engagement erhielt. Links Übersetzerin Irina neben dem Bürgermeister.

Altena - Mit dem Wappenteller der Stadt Altena zeichnete am Montagabend, 22. Juni, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein Angelika Mosch aus. Sie erhielt die Auszeichnung als Vorsitzende des Fördervereins der Städtepartnerschaft Pinsk-Altena, die sich in diesen Tagen zum 25. Mal jährt „stellvertretend für alle, die hier mitwirken“, sagte das Stadtoberhaupt.

Zuvor hatten Stadtrat, ehemalige Ratsmitglieder und Gäste – darunter auch „der liebe Günter“, wie Hollstein Altbürgermeister Günter Topmann begrüßte, noch einmal ganz besonders den menschenlichen, den persönlichen Kontakt Pinsk-Altena in den Blick genommen.

Dass die Partnerschaft über viele tausend Kilometer Entfernung und eher durch „Zuruf und Zufall“ in der Auswahl der beiden Städte begann, auch daran erinnerten Hollstein, sein Amtskollege aus Pinsk, stellvertretender Bürgermeister Anatoli Sukharevich und stellvertretender Botschafter Aleksei Zhbanov. Der war – verkehrsbedingt – etwas später zu den rund 100 Gästen in der Burg Holzbrinck gestoßen. Diesen Ort hatte Hollstein zuvor „als das Wohnzimmer der Stadt bezeichnet“. Er dankte dem Förderverein, er dankte namentlich Ratsmitgliedern der ersten Stunde und Günter Topmann sowie auch Ursula Klüppel, die in Pinsk „Mama Ulla“ gerufen werde. Mama Ulla ist seit Jahrzehnten „der“ Motor des Kinderaustausches mit Weißrussland. Hollstein dankte von ganzem Herzen allen Gastfamilien. Ohne ihr Mitwirken gäbe es diese Form der Partnerschaft sicher nicht.

Ulrich Frenschkowski musizierte – ausgesuchte Stücke wie Harold Arlens „Over the Rainbow“ um dann mit zwei kleinen Musikstücken des Polen Alexandre Tansman zu brillieren. Dessen Familienwurzeln liegen in Pinsk – der Partnerstadt, wo sein Großvater ihm genau die Musikstücke in seiner Kindheit vorgesungen hat, die Montag in der Burg Holtzbrinck erklangen.

25 Jahre Städtepartnerschaft

25 Jahre Pinsk-Altena, dass heißt konkret: Fall des Eisernen Vorhangs kurz zuvor, Kontakte zwischen unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, Begegnungen zwischen Menschen, die auf beiden Seiten Vorurteile und Ressentiments hatten. Fehlendes Vertrauen, das erst aufgebaut und wachsen musste. Hollstein, Fördervereinsvorsitzende Angelika Mosch und Botschaftsrat Aleksei Zhbanov sowie Bürgermeister-Vize Anatoli Sukharevich näherten sich diesen Themen vorsichtig, aber offen. Ihr gemeinsames Fazit: „Diese Partnerschaft hat Altena und Pinsk gleichermaßen gut getan.“ Obwohl die Sprache eine große Barriere sei, helfe oft ein Lächeln, meinte beispielsweise Hollstein als er sich bei zwei jungen Musikern aus Pinsk bedankte, die kurze Musikeinlagen gaben.

Botschaftsrat Aleksei Zhbanov verlas eine Grußbotschaft des Botschafters und dankte in bewegten Worten für die Freundschaft. Er wünschte – auch persönlich in deutscher Sprache – weiterhin beiden Völkern Frieden und Liebe und sprach von „einem glücklichen Stern, unter dem die Partnerschaft steht“. Mit bescheidenen Mitteln habe man gemeinsam viel bewegt und umgesetzt. Hollstein nahm die Jugend und die kommenden Generationen in die Pflicht. „Ich bin Sportler und deshalb meine ich: Alles geht noch besser!“ An der Jugend sei es jetzt, weiter an einem Haus Europa zu bauen, das sich auf Vertrauen, Verständigung und Frieden gründe.

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