Brücke lässt auf sich warten

So sieht die neue Erschließung des Bahnhofs von oben aus: Für die grauen Flächen ist die Bahn zuständig. Sie baut eine neue Unterführung mit zwei Aufzügen, damit die Bahnsteige barrierefrei erreichbar sind. Der hintere, grüne Bereich gehört zum Lennepark, wo die Stadt Park-and-Ride-Plätze sowohl für Auto- als auch für Fahrradfahrer bauen lassen wird.

Altena - Was Nicole Buttke vom Münchener Büro Lohrer Hochrein den Ratsmitgliedern in der Ratssitzung am Montag zeigte, waren erste Vorplanungen – erst im Frühjahr 2017 werde der erste Teil des Lenneparks vollendet sein, schätzte Stadtplaner Roland Balkenhol.

Ebenso vorläufig ist die Kostenschätzung, die die Landschaftsarchitektin den Kommunalpolitikern vorlegte – sie lag bei knapp fünf Millionen Euro. Dafür gibt es nicht nur eine neue Brücke vom Markaner bis zum „Hinterland“ des Bahnhofs, mit deren Entwurf das Münchener Büro einen von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb gewann. Buttke zeigte auch, was im Bereich etwa bis zur Höhe des ehemaligen Stellwerks passieren soll.

Bekanntlich baut die Bahn gerade mit Hochdruck an der neuen Unterführung, die gemeinsam mit zwei Aufzügen den Bahnsteig barrierefrei erschließen wird. Wo die Gleise zu Ende sind, endet die Zuständigkeit der Bahn – hier übernimmt die Stadt und führt den Tunnel fast bis zum Lenneufer fort. Ein System verschiedener Wege führt von dort behindertengerecht sowohl in Richtung Innenstadt als auch zum Park-and -Ride-Parkplatz, auf dem Platz für knapp 30 Autos sein wird. Auch Fahrräder können abgestellt werden, und das sogar unter einem begrünten Dach.

Ein Teil der Maßnahmen wird über das Förderprogramm „ Stadtumbau West“ bezuschusst, einen anderen Teil finanziert der Zweckverband Westfalen-Lippe mit –mit diesen Zuschussgebern müssten die Maßnahmen jetzt abgesprochen werden, erklärte Balkenhol. Wasserrechtliche Probleme sieht er nicht: Der Park verbessere die Situation am Lenneufer, die Brücke sei hochwassersicher. Baubeginn kann nach Ansicht des Stadtplaners Anfang nächsten Jahres sein.

Noch überhaupt keine Pläne gibt es, was den restlichen Bereich angeht. Bekanntlich hat die Stadt das bisher als Schrottplatz genutzte Areal gekauft und will es für Freizeitzwecke herrichten – Wohnmobilstellplatz wahrscheinlich inklusive, wie es auf Nachfrage von Hanna Freissler (CDU) hieß. Helmut Göss (SPD) interessierte sich dafür, wie die Unterführung vor Verunreinigungen geschützt werden kann und musste zur Kenntnis nehmen, dass es nach Ansicht des Bürgermeisters keinen hundertprozentigen Schutz geben werde. Immerhin werde die neue Unterführung konstruktionsbedingt besser belüftet, deswegen werde der Gestank sich in Grenzen halten.

Eher nebenbei gab Dr. Andreas Hollstein noch ein interessantes Detail bekannt: Die im alten Bahnhofsgebäude ansässige Provinzialagentur ist vertraglich verpflichtet, Bahnreisenden mit Bedürfnissen während der Öffnungszeiten ihre Sanitäranlagen zur Verfügung zu stellen.

Auch Lichtplaner sind an den Entwürfen beteiligt. Um ihnen die Richtung zu weisen, fragte Hollstein die Meinung der Ratsmitglieder ab – die wünschen die Beleuchtung der neuen Brücke mit eher warmer Lichtfarbe. „Jetzt hat er so getan, als hätten wir auch mal ‘was zu sagen“, scherzte CDU-Fraktionschef Uwe Scholz nach dieser Meinungsfindung.

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