Serap Güler MdL besucht Füchtlingssprachkurs in der Stadtbücherei:

„Eine sehr starke Initiative“

+
Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Gespräch mit Serap Güler MdL und Danny Becker in der Stadtbücherei.

Altena - Als Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für den Arbeitskreis Integration hat sich Serap Güler in den vergangenen Wochen und Monaten „selbst ein Bild über die Integration von Flüchtlingen in vielen Teilen unseres Landes gemacht“.

Auf Einladung von Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein nahm sich die Politikern gestern viel Zeit, das Modell Altena kennen zu lernen. „Ich finde die Initiative von Altena sehr stark“, sparte die 35-Jährige nicht mit Lob. Sie habe den Weg der Kleinstadt im Sauerland von Anfang an mitverfolgt und sei einfach neugierig auf das, was hier passiere. Auf Grund ihrer Sprechertätigkeit, mehr aber noch auf Grund ihres persönlichen Engagementes in ihrem Heimatwahlkreis Köln-Mülheim, stellte sie nach dem Besuch eines Flüchtlingssprachkurses in der Bücherei weiter fest: „Endlich geht einmal jemand vor!“ –

Einer geht vor!

Damit spielte sie unter anderem auf die weitere landesgeförderte Sprachinitiative des Stellwerks und seiner vielen ehrenamtlichen Kümmerer und Paten an, mit der so genannten Liechtensteiner-Sprach-Lernmethode den in Altenaer lebenden Flüchtlinge die deutsche Sprache intensiv zu vermitteln. Integration könne nicht gelingen, wenn man nur verlange, die Flüchtlinge müssten deutsch lernen. Das sei zwar richtig, aber Integration bedeute eben auch, dass auch Deutsche etwas im täglichen Leben, in der täglichen Begegnung, geben müssten. Für Güler ist das eine zwingend notwendige „Integrationsstütze“. So stolz ihre Heimatstadt Köln auf ihre Weltoffenheit sei – immerhin leben in den Mauern der Millionenstadt mehr als 180 Nationalitäten zusammen – für Güler steht fest: „Integration gelingt auf dem Land besser als in jeder Großstadt.“ Hollstein stimmte zu, sprach von einem „kleinen Treibhaus, einer überschaubaren Struktur“, die sich beidseitig und immer wieder schnell anpassen könne. Hollstein verhehlte gestern nicht, auch Schwierigkeiten anzusprechen.

Schwierigkeiten

Es gebe sehr wohl persönliche Beleidigungen oder auch harsche Kritik an Ratsmitgliedern. Er sprach offen von Hassbriefen oder -Karten, von Personen, „die mich nicht mehr grüßen“, doch bleibe er dabei: Der Großteil der Altenaer hätte die Chance erkannt, die sich durch Flüchtlinge auftue. „Es ist Aufgabe von Politik, sich nicht einschüchtern zu lassen.“ Als eine gute, neue Gesetzesvorgabe bezeichneten beide, dass Wohnortzuweisungen auf die Dauer von drei Jahren möglich sind. Das mache extrem Sinn. Großstädte seien da oft überfordert, flexibel zu reagieren. Zwei Drittel der NRW-Flüchtingsaktivitäten seien kleinstädtisch geprägt. Güler anerkennend: „Hier funktioniert es.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare