Seit 22 Jahren besuchen Qi Gong- und Tai Chi-Fans den VHS-Kurs in der Turnhalle

Weg des Herzens führt in die Rahmede

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Eine der berühmtesten und einfach zu erlernenden Figuren ist der Kranich. Lebenskraft und Energie strömen durch Körper und Geist derer, die ihn beherrschen.

Altena - Es gibt einen Ort in Altena, wo jeder Donnerstag mit einem Lächeln endet. Wo Menschen den Wellen zurück ins Meer verhelfen und den lebenserhaltenden Weg des Herzens gehen. Nein, das ist kein Grundlagenkurs in Poesie, sondern der Qi Gong-Kurs der VHS Rahmede mit Werner Jentges.

Schon die Namen der Übungen sind es wert, sich mit Qi Gong und Tai Chi einmal näher zu beschäftigen. Die kleine Peking-Form, ganz leicht zu erlernen. Oder der Kranich, der sogar ziemlich berühmt ist. Wer wie Ingeborg Tacke schon 22 Jahre im Qi Gong-Kurs der VHS Rahmede ist, kann die dazugehörigen Bewegungsabläufe selbst im Schlaf durchgehen. 

„Es gibt ja auch das stille Qi Gong“, erklärt Werner Jentges. „Das ist eine meditative Übung, bei der genau das geschieht“, erklärt der Kursleiter. Vor acht Jahren hat er in der Rahmeder Schulturnhalle übernommen. Fritz Boeke gab die Kursleitung damals ab. Er hatte das Angebot einst in der Rahmede etabliert, seine Kenntnisse sogar in Fernost erweitert. Bei ihm lief immer ein bisschen sanfte Musik im Hintergrund, wenn er die Teilnehmer von einer Figur in die nächste anleitete. „Aber der war ein bisschen strenger“, berichtet Ingeborg Tacke schmunzelnd. 

Gerd Berg ist der neuste Teilnehmer im Kurs. Die Fortgeschrittenen helfen ihm, sich schnell in den Bewegungsfolgen zurecht zu finden

„Da wurde nicht geschnattert oder gekichert.“ Lachen aber ist ausdrücklich erlaubt, denn die Rahmeder Mixtur aus Qi Gong, Tai Chi und Yoga-Elementen dient ausschließlich dem Wohlbefinden. „Dem geistlichen und dem körperlichen“, erläutert Werner Jentges, der einst über Judo zum Qi Gong kam. Mit jeder Übung wird Energie bewegt und in Fluss gebracht. Und das wird auch innerlich visualisiert mit Bildern, die Werner Jentges vor dem geistigen Auge erweckt. Die Übungen finden im Gehen, Liegen, Sitzen und Stehen statt. 

„Viele sind ganz einfach, deshalb kann man in diesen Kurs auch einsteigen, wenn man ganz neu ist“, erklären die Teilnehmer. Gerd Berg ist seit zehn Wochen am Start. Einsteigern wie ihm werden Paten an die Seite gestellt, die die Grundlagen mit den Neuen einmal intensiv durchgehen. Geht es dann in den Kreis, um eine Serie von Körperübungen durchzuführen, dann kommen alle schon gut mit. Auch die FortgeschrittenenÜbungen, rasant und schwungvoll, lassen sich anpassen auf jedes Leistungsniveau. Synchronität ist kein erklärtes Ziel, jeder geht mit seinem eigenen Atem.

 Eine Kampf- und Meditationskunst, die „weich wie der Wind und hart wie Metall“ ist, wollte Wang Ting entwickeln, als er aus der Ying-Yang-Theorie, Qi Gong, Taoismus und den bekannten fernöstlichen Kampftechniken Tai Chi Chuan formte. Tai Chi ist „Tun im Nicht-Tun“, Qi Gong steht für ständiges Üben mit der Lebenskraft“. Wie bei allen fernöstlichen Sportarten gilt: Man lernt nie aus. Und dass sich durch ganz kleine, bewusst ausgeführte Bewegungen auch die körperliche Fitness enorm verbessert, bestätigen alle im Kurs. Ob Rückenleiden oder mangelnder Gleichgewichtssinn - vieles hat sich verbessert für die Teilnehmer, die sich jede Woche mit einem Lächeln voneinander verabschieden. Weiter geht’s am 8. September. Anmeldungen nimmt die VHS Rahmede an.

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