Telekom reagiert nur schleppend auf Problem in Dahle

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Björn Boland mit zwei seiner Mitarbeiterinnen: Heike Weber (rechts) und Sabine Schöps gehören zu dem Team, dass die Bestellungen annimmt und bearbeitet. Insgesamt hat die Firma Diekgraefe etwa 40 Mitarbeiter.

Altena - Am Donnerstag vor einer Woche wurde es nachmittags schlagartig ruhig im Büro der Firma Ernst Diekgraefe an der Altenaer Straße: Totalausfall der Telefonverbindung! Wenig später fiel auch die Datenleitung komplett aus.

Das Dahler Unternehmen ist nicht das einzige, das von dem erst gestern (und vorerst nur provisorisch) behobenen Problem betroffen war. Das berichtet Ortsvorsteher Helmar Roder.

Allerdings: Den Großhandel für Raumausstatter traf es besonders hart. Weit über 100 Pakete werden dort täglich versendet, entsprechend viele Bestellungen gehen ein –und zwar aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland. „Die meisten Kunden bestellen per Telefon oder Fax“, berichtet Geschäftsführer Björn Boiland.

Faxe werden umgeleitet: Auf seiner Homepage wies das Unternehmen auf die Probleme hin. Trotzdem gab es Umsatzeinbußen.

Natürlich hat er sofort Kontakt zur Störungsstelle der Telekom aufgenommen – „mir wurde dann für den nächsten Morgen der Besuch eines Technikers angekündigt“, berichtete er. Der sei allerdings trotz mehrfacher Nachfrage bis heute nicht erschienen, alle weiteren Anfragen bei der Telekom hätten keinerlei neue Erkenntnisse gebracht. Ihm sei lediglich gesagt worden, dass vier Leute vor Ort seien, um sich der Sache anzunehmen, berichtete Boland – „gesehen habe ich immer nur einen“.

Mehrere Straßenaufbrüche an der Altenaer Straße zeugen von der über Tage hinweg wenig erfolgreichen Suche nach dem Grund der Störung. Wie seine Nachbarn auch hat sich Boland um Notlösungen bemüht. Anrufe auf die Festnetznummer der Firma wurden auf ein Handy umgeleitet – „nur ist hier der Handyempfang sehr schlecht“, berichtet der Geschäftsführer. Faxnachrichten empfing das Unternehmen inzwischen über einen Umweg über das Webportal GMX. Allerdings müssen die Kunden dafür eine andere Nummer als die gewohnte wählen.

Auch der Versand litt unter dem Leitungsaufall: Im Normalfall werde jede Sendung online bei UPS angemeldet, berichtet Boland. Während der Störung musste für jede Lieferung ein Beleg ausgedruckt und dem Fahrer mitgegeben werden. Eine Sendungsverfolgung per Internet sei für die Kunden dadurch nicht mehr möglich gewesen. Am meisten ärgert sich der Geschäftsmann, dass er seitens der Telekom tagelang keine Informationen erhalten hat.

Das änderte sich allerdings schlagartig, nachdem das AK Donnerstagmorgen eine entsprechende Anfrage an die Pressestelle der Telekom richtete. Die wurde zwar bis Donnerstagnachmittag nicht beantwortet. Danach habe sich aber sofort eine Mitarbeiterin des Unternehmens bei ihm gemeldet, sagte Boland. Mit seiner Kritik am schleppenden Umgang mit der Störung und der mangelhaften Kommunikation stehe Boland nicht alleine, bestätigte Roder.

Der Ortsvorsteher hat sich in den vergangenen Tagen immer wieder mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt, ohne wirklich weiterzukommen. Auch die Stadt war eingeschaltet – „unser Einfluss auf die Telekom ist aber sehr gering“, gab der stellvertretende Verwaltungschef Stefan Kemper gestern zu. Immerhin konnte er gegen Mittag mitteilen, dass die Telekom im Laufe des gestrigen Nachmittags eine provisorische Lösung installieren wolle. Anschließend soll ein längeres Kabelstück ausgetauscht werden.

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