Schulwegunfall auf der Fritz-Berg-Brücke

Unfallverursacher war kein gewissenloser Raser

Altena - Drei Kinder wurden am 25. August schwer verletzt bei einem Unfall auf dem Fußweg neben dem Zubringer für die Lennebrücke. Es hatte geregnet an jenem Morgen, und das Urteil über den angeblichen Raser war vielfach schnell gefällt.

Viele Menschen machten sich in den Tagen nach dem Unfall Sorgen um die drei Geschwister, ein Mädchen und zwei Jungen. Tatsächlich kam auch Richter Dirk Reckschmidt zu dem Ergebnis, dass der 22-jährige Unglücksfahrer seine Geschwindigkeit den äußeren Bedingungen einer regennassen Straße nicht angepasst hatte. Dafür kassierte der Auszubildende letztlich eine schmerzhafte Geldstrafe von 2250 Euro.

Doch dass an jenem Morgen ein gewissenloser Raser unterwegs gewesen wäre, konnte der hinzugezogene Gutachter nicht bestätigen. Er schätzte die gefahrene Geschwindigkeit auf einen Wert zwischen 53 und 58 Stundenkilometern. 

Das Auto hatte keine technischen Mängel, und auch der Verdacht, dass der Fahrer mit seinem Handy telefoniert hatte und dadurch abgelenkt war, bestätigte sich nicht. Weder vor noch nach dem Unfall sammelte der Fahrer irgendwelche Punkte im zentralen Verzeichnis der Verkehrsordnungswidrigkeiten.

Rechtsanwalt Roland Pohlmann berichtete im Amtsgericht Altena darüber hinaus von einer interessanten Formulierung im Gutachten: Demnach seien „die Dehnungsfugen der Brücke nicht die alleinige Ursache“, dass der Wagen ausbrach und auf den Gehweg geriet.

Diese Formulierung legt nahe, dass das glatte Metall dieser Fugen zu dem letztlich nicht ganz aufklärbaren Unfall beigetragen haben könnte. Tatsächlich wurden die Dehnungsfugen der Brücke nach dem Unfall verändert. Offenbar kamen einige Faktoren bei einem Geschehen zusammen, das sich in der Rückschau als ein wirkliches Unglück darstellt.

Was bleibt, ist die Mahnung an jeden Autofahrer: Fuß vom Gas, wenn Kinder in Sicht sind! Und: Eine angepasste Geschwindigkeit ist sehr oft nicht jene, die die Straßenverkehrsordnung und Schilder höchstens erlauben.

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