Udo Winter offiziell verabschiedet / „Du bist nicht zu ersetzen“

Rührende Worte zum Abschied von Wachleiter Udo Winter

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein überreichte Udo Winter die höchste Auszeichnung der Stadt: Den Zöger. Foto: Hornemann

ALTENA -  Mit Udo Winter ist kein Kollege in den Ruhestand verabschiedet worden, sondern ein echter Freund. Rührenden Worten des Abschieds lauschte der Leiter der Feuerwache am Samstag in der Burg Holtzbrinck. Sie bedeuten ihm mehr, als der Zöger der Stadt Altena oder der Ehrenteller des Kreisbrandinspektors. Beides hat er bekommen, doch das schönste Ruhestandsgeschenk ist die Wertschätzung.

Udo Winter ist es immer um Menschen gegangen. Das wussten gleichermaßen die Kollegen von der Wache als auch das Team der Freiwilligen Feuerwehr. Geschimpft haben sie ihn nur einmal: Da hatte er die Vorschriften zur Eigensicherung bei der Rettung einer Person in Not nicht eingehalten - eben weil ein Menschenleben zu retten war.

,,Udos Anwesenheit hat uns immer Sicherheit gegeben”, brachte es Karl-Friedrich Spelsberg im Namen der Freiwilligen auf den Punkt. ,,Da konnten die schwärzesten Rauchwolken gen Himmel steigen. Wenn Du da warst, dann wussten wir, dass es gut gehen wird”, richtete er das Wort an den Mann der Stunde.

Im Mittelpunkt stehen, das ist gar nicht Udo Winters Ding. In seiner Freizeit zieht er sich gern mal ganz aus der Öffentlichkeit zurück und geht angeln, wie Wehrleiter Alexander Grass denjenigen verriet, die Udo Winter nicht so gut kennen. Davon gab’s unter den Gästen allerdings äußerst wenige. Fast alle haben schon mal seinen herrlichen Angel- und Reiseanekdoten gelauscht. Auch sie haben dazu beigetragen, dass auf der Wache immer herzlich gelacht wurde. ,,Besonders deshalb, weil wir nie einen Fang gesehen haben”, scherzte Alexander Grass. Mit ihm und seinem Stellvertreter Stefan Brockhaus wird der frische Ruheständler nun den Beweis antreten müssen: Das Abschiedsgeschenk der Wehrleitung ist ein gemeinsamer Angelausflug.

Die Kollegen von der Wache und aus den Löschzügen, dank ihres scheidenden Chefs immer bestens und humorvoll informiert über die besten Schnäppchen auf dem Reisemarkt, überreichten ihm eine Pyramide inklusive Urlaubsbudget für den nächsten Ägypten-Trip mit Ehefrau Hannelore. Und als Knüller einen Ruhestands-Rollator, ausgestattet mit Blaulicht, Feuerlöscher, Schlauch und Sirene.

Vielleicht besucht er mit dem schnittigen Teil mal seinen früheren Dienstherren, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Ihm fehlt Udo Winter jetzt schon. Die sonore Stimme am Morgen, die auch drei Zimmer weiter zu hören war, erklingt nicht mehr im Rathaus. Laut wird sie auch jetzt nicht, obwohl es ein großes Ärgernis für Udo Winter ist, dass kein Nachfolger für seinen Posten bestimmt wird. ,,Daraus machst Du keinen Hehl.” Hollstein überreichte mit dem Zöger die höchste Auszeichnung, die die Stadt an verdiente Mitbürger vergeben kann. ,,Bleib uns irgendwo erhalten!”

Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath bezweifelt, dass Udo Winter die starken Bande zu den Kollegen kappen kann. ,,Feuerwehr hat ihm auf allen Ebenen immer am Herzen gelegen. Kaum einer kann heute noch den Meilenstein erreichen, den Du gesetzt hast”, erklärte er bei der Übergabe des Ehrentellers. Christian Eichhorn sparte sich im Namen des Feuerwehrverbands eine lange Rede und bat einfach die Gäste im Saal darum auszudrücken, was sie für Udo Winter empfinden. Dem langen Applaus folgten kurze Worte von Altenas Polizeichef Andreas Schober: ,,Du bist nicht zu ersetzen!”

Selbst wollte Udo Winter nicht mehr viel sagen. Seiner kurzen Ansprache entnahmen alle Zuhörer viel Dankbarkeit für die Unterstützung, die ihm von allen Weggefährten entgegengekommen ist. Sie gilt auch den Bürgern der Stadt, die sowohl nach der offiziellen Verabschiedung zu Suppe, Bier und Blasmusik im Holtzbrinck-Park einfinden durften, wie auch abends bei der großen ,,Winter-Party” auf dem Bungern-Platz. Zahlreiche Bürger lauschten dort den coolen Sounds der John Porno Band und ließen es sich nicht nehmen, mit Udo Winter anzustoßen.

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