Internet in Dahle: Lösung ist möglich

Kein Platz mehr frei im Hotel Alte Linden: Das Interesse am Dahler Bürgerstammtisch war groß. -  Foto: Bender

Altena -  Und ewig grüßt die Eieruhr - quälend langsam ist in Dahle das Internet. Ortsvorsteher Helmar Roder ist vom Fach und nennt ein Beispiel: Das Update auf Windows zehn für vier Kunden-PC habe neulich geschlagene 24 Stunden gedauert.

16 Mbit pro Sekunde schaffe das Netz nur am Breitenstück, im Rest des Dorfes würden die Daten mit zwei bis sechs Mbit übertragen. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“ – darin waren sich die Dahler am Dienstag beim Bürgerstammtisch mit Roder einig.

Etwa 30 Firmen sind betroffen, fast alle im Verlauf der Altenaer Straße – ihnen könnte geholfen werden, wenn im Zuge des anstehenden Straßenausbaus Glasfaserkabel verlegt würden. Das kann gefördert werden, entsprechende Anträge ans Land sind gestellt. Möglicherweise falle schon im Juli eine Entscheidung, sagte Tilo Deckert von der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, die sich auf die Versorgung von Gewerbebetrieben konzentriert.

Den rund 900 Privathaushalten, die es in Dahle gibt, könnte ein Unternehmen namens Telemark helfen. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Menden, Lüdenscheid und Schwerte, das sich die Optimierung privater Anschlüsse zum Ziel gesetzt hat.

Geschäftsführer Andreas Griehl zeigte am Beispiel des Mendener Stadtteils Hüingsen, wie’s geht: Vom nächstgelegenen, schon mit Glasfaserkabel ausgestatteten Übergabepunkt werden Glasfaserkabel zu sogenannten Übergabepunkten geführt – drei müssten in Dahle ausreichen. Von dort aus geht es per Kupferkabel weiter zu den etwa zehn Kabelverzweigern, die es in Orten von der Größe Hüingsens und Dahles gibt. In denen können die starken Signale dann in jeden einzelnen Hausanschluss eingespeist werden. Mindestens 16 Mbit, manchmal aber auch 100 seien möglich, schilderte Griehl.

Die Crux ist: Das kostet Geld. Telemark ist reiner Netzbetreiber und arbeitet als solcher mit drei Dienstanbietern zusammen – mit einem von denen müssten 40 Prozent der Dahler Haushalte Verträge abschließen, damit es losgehen kann. Nur dann könne sich die Investition im hohen sechsstelligen Bereich rechnen, erklärte der Fachmann.

Preislich liegt das Angebot der Telemark-Partner etwa gleichauf mit den Tarifen der Telekom. Rufnummern und E-Mail-Adressen könnten behalten werden – das Angebot habe damit keine Nachteile, warb Griehl. Vorteil sei auf jeden Fall ein zeitgemäßes Netz.

Das sahen wohl auch die Besucher des Bürgerstammtischs so: In einer Probeabstimmung bekundeten sie nahezu geschlossen ihr Interesse am Angebot der Telemark. „Damit können wir den Weg dann weitergehen“, stellte Roder fest. Konkret bedeutet das, dass Telemark sich jetzt das Dahler Telefonnetz genauer anschauen und eine Planung erstellen wird, aus der schon hervorgeht, welches Haus mit welcher Daten-Leistung versorgt werden kann. Es folgt dann eine weitere Info-Veranstaltung und der Beginn der Vermarktung – wenn etwa bis zum Jahresende 40 Prozent der Dahler unterschrieben haben, kann gebaut werden. Die durchschnittliche Projektdauer betrage sechs Monate, erklärte Griehl.

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