Gut organisierter Protest im Dahler Dorfcafé

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Sie seien nicht gegen Windkraft, lehnten aber den Bau von bis zu 200 Meter hohen Anlagen ab – das erklärten Ulrich Zimmermann (Mitte) und seine Frau Annegret. Deshalb ließen sie sich von Klaus Trommer bei der Formulierung ihres Einspruchs helfen.

Altena - Laptops, Drucker und vier, die sich auskennen: Im Dahler Dorfcafé halfen gestern Wilfried Bracht, Dr. Henry Tauber, Klaus Trommer und Dr. Frank Hoffmann vor allem Dahlern und Evingsern dabei, ihre Bedenken gegen die auf dem Kohlberg geplanten Windräder zu Papier zu bringen.

Hintergrund: Zurzeit läuft die zweite Offenlegung einer Flächennutzungsplanänderung, mit der die Stadt Neuenrade die planerische Voraussetzung für die Anlagen schaffen will.

Jeder hat das Recht, seine Meinung dazu zu Protokoll zu geben, der Neuenrader Rat muss über alle Bedenken und Anregungen abstimmen. Da wird er einiges zu tun haben: Schon zur Halbzeit der sechsstündigen Aktion des Vereins „Rettet den Kohlberg“ waren gut 30 Einsprüche formuliert.

Und jeder davon war ein Unikat: „Wir arbeiten mit einem ganzen Bündel von Textbausteinen“, erklärte dazu Wilfried Bracht. Jeder Einwender konnte sich die Argumente aussuchen, die ihm beonders wichtig waren. „Natürlich sind dabei persönliche Ergänzungen nicht nur möglich, sondern ausdrücklich auch erwünscht“, erklärte Bracht. Von eben auf jetzt ging da natürlich gar nichts – es dauerte seine Zeit, bis jeder einzelne Einwand formuliert war.

Wenn nötig, lieferten die Kohlberg-Aktivisten auch Hintergrundinformationen. Wartezeiten ließen sich da nicht vermeiden. Die konnte man mit Kaffee und Kuchen überbrücken und so gleich noch die Vereinskasse ein wenig auffüllen.

Spenden aus Dankbarkeit

„Es gibt auch Menschen, die sich mit einer Spende für unsere Arbeit bedanken“, freute sich Tauber. Auffällig: Es kamen Bürger jeden Alters – vom jungen Studenten bis zum Renterehepaar war alles dabei.

Ebenso vielfältig seien die Argumente, die ins Feld geführt würden, erklärte Tauber: Schall, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, der Vogelschutz – lauter Dinge, die nach Ansicht der Einwender gegen die bis zu 200 Meter hohen Anlagen sprächen.

Bis zum 24. Mai besteht die Möglichkeit, zu den Neuenrader Plänen Stellung zu beziehen. Bracht erklärte, es gebe im sich anschließenden Bebauungsplanverfahren ebenfalls eine Bürgerbeteiligung, allerdings eine eingeschränkte. Deshalb hofft die Initiative, dass sich in den kommenden Tagen noch viele Bürger zu Wort melden.

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