Jugendliche geben nützliche Tipps zur Umgestaltung ihrer Bücherei

Die Bücherei könnte gemütlicher sein. Das finden viele der Umfrageteilnehmer, auf deren Antworten Stina Brockhagen arbeitet.

Altena - „Beschreibe die Stadtbücherei in einem Wort.“ Langweilig, alt, interessant, okay, cool, gut – das sind die häufigsten Antworten von Schülern, denen diese Aufgabe gestellt wurde. Die Studentin Stina Brockhagen hat das Projekt „Jugendbereich“ in der Bücherei in die Hand genommen und im November zahlreiche Fragebögen in verschiedenen Schulen verteilt (das AK berichtete). Jetzt liegt die Auswertungen vor. Die Altenaerin kann sich über 457 Rückmeldungen freuen: „Und der Großteil davon ist auch wirklich hilfreich“, berichtet sie

Insgesamt wurde das Projekt nicht schlecht aufgenommen von den zehn- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen. „Fast alle kennen die Bücherei. Sei es durch einen Besuch mit der Schule oder privat“, weiß Stina Brockhagen. Veränderungen sind durchaus erwünscht. Da seien realistische Vorschläge dabei wie eine gemütlichere Beleuchtung, Getränke und Filmabende. Aber auch Dinge, die nicht umsetzbar sind und auch nicht in eine Bücherei passen – beispielsweise einen Schokobrunen, Eis und ein Bett. Der Club mit Stripperinnen und Alkohol war dabei wohl eher scherzhaft gemeint.

„Rund 80 Jugendliche hätten gerne eine Gaming-Ecke“, erklärt die 27-Jährige. Ein Fernseher und eine Spielekonsole hat der Förderverein der Bücherei schon besorgt. Als nächstes stehe die Anschaffung eines Sofas und mehrerer Sitzsäcke an. „Dafür suchen wir aktuell noch einen Sponsor“, so Antonius Gusik, Leiter der Stadtbücherei. Viele verbinden positive Erfahrungen mit der Lesenacht für Kinder. Die könne man ja vielleicht auch für Jugendliche anbieten.

„Es kamen auch Wünsche vor, die in der Bücherei schon längst erfüllt werden – zum Beispiel freies Internet und Wlan“, sagt Stina Brockhagen. Das zeige, dass viele sich noch gar nicht richtig mit dem Angebot auseinander gesetzt haben. „Mit der neuen Software könne man eventuell eine spezielle Suche nur für Jugendliche einrichten oder ähnliches“, überlegt der Büchereileiter. Auch die Filmabende könne man ausrichten.

In dem Workshop für Jugendliche, der vor einigen Wochen stattfand, wurden Ideen zur Gestaltung der Wände des Jugendbereichs gesammelt. „Die Jugendlichen wünschen sich Anime-Figuren“, erklärt die Studentin. Die sollen gemeinsam mit interessierten Jungen und Mädchen im neuen Jahr – geplant sei es im Februar – gezeichnet und gemalt werden. Außerdem möchte Stina Brockhagen einen Spieletag für Jugendliche ins Leben rufen. Das Gesellschafts- und Rollenspiel „Werwolf“ sei dafür geplant.

Ideen gibt es viele. Die Umsetzung soll in den nächsten zwei bis drei Monaten erfolgen, denn dann beendet Stina Brockhagen ihre Bachelorarbeit, die der Grund für das Projekt war. „Solange ich hier bin, werde ich mich aber weiter für die Bücherei engagieren“, verspricht sie.

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