Projekt der Berg-Stiftung: Fertigstellung verzögert sich um einige Monate

Projekt der Berg-Stiftung verzögert sich

Olaf Berg, Melchior Ossenberg-Engels und Holger Beyer gestern auf der Baustelle neben Overbeck. Im Vordergrund einige der bis zu acht Meter langen Körbe, die im Untergrund einbetoniert werden. - Foto

Altena - Das hatte sich Olaf Berg etwas anders vorgestellt: „Das war zunächst einmal der Super-Gau“ sagte er am Freitag, 17. April, zu den Problemen, die unmittelbar nach Baubeginn für das Wohn- und Geschäftshaus der Berg-Stiftung auftraten.

Wie berichtet, wurde direkt beim Beginn der Erdarbeiten festgestellt, dass der Baugrund das Gebäude nicht tragen kann. Zwar war schon während der Planungsphase eine erste Probebohrung vorgenommen worden – aber mit der habe man eine der wenigen festen Stellen getroffen, sagte Architekt Melchior Ossenberg-Engels. Weite Teile des Untergrundes des ehemaligen Overbeck-Parkplatzes bestehen aus Kies.

Berg, Ossenberg-Engels und Bauherrenvertreter Holger Beyer erklärten gestern, wie das Problem jetzt behoben wird: Auf der Baustelle ist seit einiger Zeit ein großes Bohrgerät im Einsatz. Es bohrt bis zu acht Meter tiefe Löcher in den Untergrund. In die kommen dann als Bewehrung große Drahtkörbe, anschließend wird der Hohlraum mit Beton verfüllt.

So entstehen Pfähle, die bis auf den gewachsenen Fels reichen und den Neubau mit seinen 19 Wohnungen und dem großen Geschäftslokal sicher tragen können. Eine ähnliche Technik wurde vor 20 Jahren schon beim Bau des Ellen-Scheuner-Hauses eingesetzt. 65 Pfähle werden gebraucht, etwa 30 sind schon fertig. Der Durchmesser beträgt zwischen 90 und 110 Zentimeter.

Die Aktion bringe natürlich einige Mehrkosten mit sich, sagte Berg gestern – er hoffe, dass sie sich durch Einsparungen an anderer Stelle zumindest teilweise kompensieren ließen. Außerdem verzögert sich die Fertigstellung. Ursprünglich sollte das Gebäude im Mai 2016 bezugsfertig sein, jetzt gehen Architekt und Bauherr vom Spätsommer des gleichen Jahres aus.

Die Zeitverzögerung haben Ossenberg-Engels und Beyer gut genutzt: Die Detailplanung zum Beispiel für die Sanitär- und Elektroinstallation wurde vorangetrieben, zahlreiche Aufträge sind bereits vergeben. Dabei sei darauf geachtet worden, dass vor allem Handwerker aus der Region zum Zuge kommen, betonte Olaf Berg gestern. Es seien auch Aufträge an Altenaer Betriebe gegangen.

Bauherr des Neubaus ist die Fritz-Berg-Stiftung, in die das Vermögen des 1978 verstorbenen Unternehmers Fritz Berg floss. Er war der Großonkel von Olaf Berg, der im Ehrenamt dem Kuratorium der Stiftung vorsteht. Die Fritz-Berg-Stiftung baute Anfang der 1990-er Jahre die Altenwohnanlage zwischen Bungernplatz und Holtzbrinck-Garten und investiert die damit erzielten Einnahmen jetzt in den Neubau.

von Thomas Bender

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