Nidoking im Burggemäuer

Pokémon-Event des Märkischen Kreises zieht junge Leute zur Kulturstätte

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„Wir waren schon länger nicht mehr hier oben“, schildern Kürsat Kabatayi (18) und Oliver Mußmann (18).

Altena - Allein für Nidoking hat sich die Anreise zur Burg Altena gelohnt. Dieses seltene Pokémon hatte sich am Samstag auf den Berg verirrt und wurde von den jungen Jägern gern in die Sammlung aufgenommen. Zahlreiche Lock-Module, gleichzeitig aktiviert, machten das Wahrzeichen des Märkischen Kreises als Spielort attraktiv.

Drei Poké-Stops auf engem Raum - das ist schon ein Pfund, mit dem die Burg wuchern kann. „Schön hier! Wir waren schon länger nicht mehr hier oben“, schildern Kürsat Kabatayi (18) und Oliver Mußmann (18). Olivers Wochenendplanung war ursprünglich eine Pokémon-Jagd in Düsseldorf. „In den Großstädten gibt’s generell viel mehr zu holen. Aber das Event auf der Burg war auch sehr reizvoll.“

Mit am Tisch vor der Jugendherberge sitzen Susanne Lex (16) und ihre Freundin Kim Celine Cilius (16) aus Lüdenscheid, Kürsats Bruder Kubilay stößt später dazu. Er hat ihn schon, den begehrten Dragoran. „Der rennt aber nicht frei in Altena rum“, berichtet der 20-Jährige lachend. Wer Pokémon spielt, der reist, kommt rum, lernt neue Freunde kennen und trifft alte wieder. „Es ist nicht nur die Sammelleidenschaft, sondern auch der Spaß an Begegnung, die uns bei der Stange hält“, schildern die Gamer. Diese Generation rund ums 20. Lebensjahr ist komplett mit Pokémon aufgewachsen, schaute begeistert die Fernsehserie, spielte mit den Kartendecks und ließ die Spielekonsole heiß glühen. „Wir spielen die aktuell sechste Pokémon-Generation, die siebte kommt im November. Aktuell kennen wir 750 Pokémon. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Spiele und Charaktere interessant geblieben.“

Pokémon go, das aktuelle Kultspiel, das über die Smartphone-Kamera funktioniert, wird von immer mehr Kulturschaffenden dazu genutzt, ein neues Publikum anzulocken. An diesem Samstag betreut Michelle Wolzenburg vom Fachdienst Kultur beim Märkischen Kreis die Gamer, die sich im gesamten Burg-Areal tummeln. Der Kreis als Gastgeber hat ein Fanpaket ausgeschrieben für denjenigen, der innerhalb der knapp dreistündigen Event-Phase die meisten Pokémon fangen konnte. „Das lässt sich zwar nur grob feststellen, weil die Timeline zwar den Tag, aber nicht die genaue Uhrzeit des Fangs anzeigt“, so Wolzenburg. Im Paket enthalten: Zwei Eintrittskarten fürs Burgmuseum, ein Burg-Becher, ein Schlüsselband und Fledermaus Fläd. Nach Altena zurückzukehren lohnt sich nicht nur wegen der Poké-Stops auf der Burg, sondern auch wegen der Kampf-Arenen: Die sind an der Steinernen Brücke, am Richard-Schirrmann-Denkmal und an der Lock Carl zu finden.

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