Quartiersnahe Unterstützung von Pflegenden wird am Ort weiter verzahnt

Pflegende  unterstützen: Profis helfen Ehrenamtlern

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Motoren des Pilotprojektes „Quartiersnahe Unterstützung Pflegender“ in Altena: Tanja Segmüller (Uni Herdecke-Witten) und Gleichstellungsbeauftragte Anette Wesemann (hinten v.l.). sprachen mit örtlichen Pflegediensten.

Altena - Immer mehr Personen versorgen pflegedürftige Familienangehörige zu Hause. Deren Betreuung und Pflege stellt dabei hohe psychische und physische Anforderungen an die pflegenden Angehörigen.

Deshalb beteiligt sich die Stadt Altena seit Jahresfrist an einem Pilotprojekt der Universität Witten-Herdecke. Das Stichwort dazu: Quartiersnahe Unterstützung von Pflegenden. Mit im Boot sind bekanntlich der Märkische Kreis und das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW sowie zahlreiche Gruppen, Vereine, Verbände und Institutionen in der Stadt.

Am Montag, 18. Mai, trafen sich im Stellwerk an der Lüdenscheider Straße Vertreter von Altenaer Pflegediensten und haushaltsnaher Dienstleistungen. Die Idee: Ihre professionelle Arbeit, die Tag für Tag mit ausgebildeten Fachkräften bei Pflegefällen zu Hause geleistet wird, mit der der ehrenamtlichen Helfer – unter anderem des Stellwerkes – zu vernetzen. „Profis und Ehrenamtler können und sollen sich ergänzen, ja gewissermaßen unterstützen“, sagt Anette Wesemann. „Uns ist daran gelegen, die Gesundheit der pflegenden Angehörigen so lange wie möglich zu erhalten.“ Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und Ansprechpartnerin des Stellwerks ist einer der wesentlichen Motoren des Pilotprojektes „quartiersnahe Pflege“. Gemeinsam mit Professor Dr. Angelika Zegelin und Pflegewissenschaftlerin Tanja Segmüller von der Uni Witten-Herdecke führte sie bereits 15 Treffen zu diesem Themenkreis seit dem Frühjahr 2014 in Altena durch.

Es mache einfach Sinn, Ehrenamtler, wie die des Stellwerks, an die Profis anzubinden, um pflegende Angehörige zu entlasten. Pflegedienste gingen nun mal täglich in die Haushalte und verfügten deshalb über die beste Kenntnis des jeweiligen Falles, so Tanja Segmüller.

Konkret nimmt das Fachpersonal der Pflegedienste jetzt zum Beispiel die verschiedenen Info-Flyer des Stellwerkes mit in die Haushalte. Auf dem Markt sind Angebote wie „Wege begleiten“, in dem ganz besonders der so genannte nachbarschaftliche Besuchsdienst zur Entlastung pflegender Angehöriger beworben wird. Wesemann sagte, auf den Punkt gebracht bedeute dieses Angebot eben, „es ist mal jemand da, der reinschaut und ein offenes Ohr hat.“ Wichtig sei aber auch das Info-Blatt „Informationen für pflegende Angehörige in Altena.“ Es enthält übersichtlich gegliedert alle Namen, Adressen, Kontaktpersonen und Ansprechstationen rund um die Organisation der häuslichen Pflege. Dieser Flyer eignet sich auch dazu, bei plötzlich eintretendem Hilfebedarf schnelle Entscheidungen vorbereiten zu können.

Theobald Steffens von „Pflege zu Hause“ begrüßt, wie seine Kolleginnen und Kollegen, den jetzt eingeleiteten Schritt der Vernetzung von Ehrenamt und Profis. „Das bringt beiden etwas. Wir gehen in die Häuser, helfen und geben die Informationen gerne weiter. Ich glaube, das ist langfristig eine gute Sache für beide Seiten.“ Geplant ist ein regelmäßiger Gedankenaustausch. Denn auch so eine Zusammenarbeit müsse wachsen und ständig erneuert und hinterfragt werden, so die Teilnehmer der Gesprächsrunde übereinstimend.

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