Nacht der offenen Kirche ermöglicht Blick auf die Lutherbaustelle

Am Ort des Geschehens unternahm Ursula Rinke eine Zeitreise auf den Spuren des Lutherhauses

Altena-  Mancher Gast kann sich einen Laut des Entsetzens nicht verkneifen, wenn er die Lutherkirche betritt und das fragile Kirchenschiff erstmals nach langer Zeit wiedersieht. Eingerüstet und ohne Bänke sieht das Gotteshaus von innen ganz klein aus. Dass die evangelische Kirchengemeinde es zur Nacht der offenen Kirche aber mal wieder geöffnet hat, das war wichtig.

Nach dem Brand waren viele Altenaer sofort zur Kirche geeilt, um sich die verheerenden Schäden anzusehen. Der Kirchenvorstand schloss daraufhin die Türen für die Öffentlichkeit für lange Zeit - zu hoch war die Rußbelastung für Besucher. Nach Monaten der aufwändigen Sanierung gibt es inzwischen erste Lichtblicke: Die Deckenbemalungen sind bereits vollständig restauriert und durch eine kleine Lücke im Baugerüst lässt sich schon ein Blick darauf werfen.

Seit der Brandnacht sind nahezu alle kirchlichen Aktivitäten im Innenstadtbereich ins Lutherhaus verlegt worden. Auch die Nacht der offenen Kirche zu Pfingstmontag reihte sich dort ein, die Öffnung der Kirche war nur ein kleiner Teil des Programms. Ursula Rinke hatte sich deshalb Gedanken zum Lutherhaus gemacht und anhand historischer Bildaufnahmen eine Zeitreise mit den Gästen unternommen.

Das Gemeindehaus war schon immer ein zentraler Treffpunkt für Altenas Protestanten - und es hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, wie der Vortrag zu Beginn des Abends gut veranschaulichte. Durch den Brand ist es wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt - auch als geistliche Heimat. Dass es kein schlechter, sondern sogar ganz vorzüglicher Veranstaltungsort ist, das zeigte einmal mehr Karsten Wolfewicz im Rahmen der Nacht der offenen Kirche. Er machte sich mit den Gästen - zu späterer Stunde waren es immer mehr geworden - auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Und wer Karsten Wolfewicz kennt, der weiß, dass jenes sagenumwobene Gefäß auch einen Bezug zu Altena haben wird. Amüsant und detailreich brachte der Referent des Abends sein Publikum auf den Weg des Grals, untermalt mit Klängen und Gesängen. Und am Ende mussten alle Zuhörer feststellen, dass in ihnen allen ein König schlummert: „Sprechen Sie mal mit ihm!” riet Wolfewicz zum Ausklang.

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