Der Pferdeschutzhof auf dem Hegenscheid

Abgelegte Sportgeräte

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Tanja Raffloer mit einem der Schutzpferde, die auf dem Hegenscheid gepflegt werden.

Altena - Es gibt Pferde, die will keiner haben. Barnie zum Beispiel. Bis vor ein paar Jahren zog er mit einem kleinen Zirkus über Land, dann wurde sein Zustand immer schlechter und er taugte nicht mehr für die Manege. Jetzt lebt Barnie auf dem Hegenscheid, wo Tanja Raffloer einen Bauernhof gepachtet hat und sich mit dem von ihr mitgegründeten Verein „Pferdeschutz Iserlohn“ um solche Tiere kümmert.

Jeder, der auf dem Hegenscheid spazieren geht, hat sie schon einmal gesehen: Die Tiere dürfen, so oft es geht, auf eine Weide direkt am Drahthandelsweg, Schilder informieren dort darüber, dass es sich um alte und kranke Tiere handelt, die hier ihre letzten Jahre verbringen. Mehr Einblick in die Arbeit des noch jungen Vereins bot am Sonntag ein Tag der offenen Tür, mit dem der Pferdeschutz Iserlohn nicht nur informieren, sondern auch Geld einnehmen wollte. Diese Rechnung ging auf: Viele Spaziergänger nahmen die Einladung an, mancher Euro wanderte in die aufgestellten Spendendosen und auch der Waffelverkauf lief gut. Das ist auch bitter nötig: Der Unterhalt der Schutzpferde geht ganz schön ins Geld. Bis zu 400 Euro im Monat koste solch ein Tier, erklärt Raffloer.

400 Euro Kosten

Das liege zum einen an den Tierarztkosten und zum anderen an nicht unerheblichen Ausgaben für das Futter. Mit normalem Heu kommt Barnie zum Beispiel nicht mehr klar: Mit 38 Jahren ist er das älteste Pferd im Stall. Das hohe Alter hat Spuren am Gebiss hinterlassen, er muss mit teurem Spezialfutter – so genannten Heucobs – ernährt werden. Weil Barnie auch das größte und hungrigste Schutzpferd auf dem Hof ist, geht das ganz schön ins Geld. Allerdings: Das Pony in der Box nebenan ist teurer – es ist chronisch krank, der Tierarzt muss oft kommen. „Wenn wir von einem Pferd in Not erfahren schauen wir zunächst, ob wir es irgendwohin vermitteln können“, schildert Raffloer das übliche Verfahren. Zum Glück gebe es Menschen, die bereit seien, solche Tiere bei sich aufzunehmen. Klappt das nicht, kommt das Tier auf den Schutzhof.

Neun Schützlinge

Neun Schützlinge hat der Verein zuzeit, mehr geht nicht. Es wäre zwar noch Platz da – „aber finanziell ist das nicht drin“. Schockierend: Auf dem Hof leben auch Pferde, die früher als Reitpferde dienten. Ihre vorherigen Besitzer haben für Stall und Futter viel Geld bezahlt – und das Tier dann „abgelegt wie ein kaputtes Sportgerät“, als es zum Reiten nicht mehr taugte, wie Raffloer berichtet. Sie ist froh um jeden Paten, den sie für die vom Verein betreuten Pferde findet – „fünf Euro im Monat helfen uns da schon weiter“. Außerdem werden immer Helfer gesucht, die zum Beispiel beim Ausmisten der Boxen oder bei der Pflege mit anpacken. „Außerdem können wir handwerklich begabte Männer gebrauchen“, erklärt Raffloer. Zu tun gibt es nämlich immer was auf der Weide und im Stall. Kontakte und weitere Infos über www.pferdeschutz-iserlohn.de

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