Schmalenbach: "Ich bin ein Mann mit Ecken und Kanten"

 Mit flinkem Strich skizzierte "Mohr" Pfarrer Ulrich Schmalenbach auf dem Bistumstreffen.

Altena - Er kann über sich selbst lachen. Er kann nach eigener Aussage „gut mit Kritik umgehen“. Nur, wenn sie unsachlich vorgetragen wird, dann kann ihm schon einmal der Kragen platzen. „Das können dann die Leute aber oft nicht so gut ab“.

Heute vollendet Ulrich Schmalenbach sein 60. Lebensjahr. Der Pfarrer der Großgemeinde St. Matthäus, zu der auch St. Theresia Evingsen und St. Josef Nachrodt zählen, bezeichnet sich gerne selbst als „Mann mit Ecken und Kanten“ – eben nicht „Everybody’s darling“ – man könne nun mal eben nicht immer jedem überall gefallen. „Sie wollen über mich schreiben? Ist das nötig?“ – Schmalenbach steht nicht so gerne im Fokus, wirkt eher still in einer „sehr armen Gemeinde.“ So umschreibt er die finanziellen Verhältnisse salopp, „aber grundehrlich“, die oftmals für alle Beteiligten vielleicht auch schwierige Arbeit in den Gemeinden. 

Der gebürtige Lüdenscheider, – er hat einen älteren Bruder, zwei Nichten und einen Neffen, – feiert seinen Ehrentag heute außerhalb von Altena. „Aber am Sonntag, da feiere ich mit meinen Gemeinden“, hat er schon früh die Devise ausgegeben. So ergeht seine herzliche Einladung an alle Frauen, Männer und Kinder, mit ihm zunächst um 10.45 Uhr das Hochamt in St. Matthäus zu feiern und dann zu einem kleinen Empfang zu kommen. „Jeder ist mir willkommen!“, unterstreicht dabei der Seelsorger und umgeht damit, Menschen vielleicht aus Versehen nicht besonders eingeladen zu haben. „Nicht die Jahre in unserem Leben, sondern das Leben in unseren Jahren zählt“, so hat er den Sonntag überschrieben. 1986 wurde Schmalenbach von Franz Kardinal Hengsbach („der war da aber noch nicht Kardinal“), zum Priester geweiht. Kaplansstellen in Duisburg-Neumühl, später in Essen-Altendorf und eine Pfarrstelle in Kierspe folgten. 

Mittlerweile ist er 20 Jahre im Sauerland, davon bereits zehn Jahre in Altena. Sein Primizspruch lautet: „Denn in der Hoffnung sind wir gerettet.“ Höhen und Tiefen habe er in seinem Beruf als Priester erlebt – beispielhaft erinnert er an die Geschehnisse um das Krankenhaus. Was nur wenige wissen: Vor der „Berufung“ studierte Schmalenbach Ökonomie und legte sogar die Vordiplom-Prüfung mit Erfolg an der Uni Bochum ab. Heute kommt er nicht mehr so häufig dazu, mit dem Rad die Welt zu erkunden. Das war sein großes Hobby. Rundfahrten um den Bodensee, den Donauradweg entlang, durchs Saarland oder rund um Berlin sind nur einige der Touren, die er nachhaltig im Gedächtnis hat. Dass er mit seinen Gemeinden immer wieder Fernfahrten durchführte, auch daran erinnert er sich heute gerne. Ob Israel, Jordanien oder Sizilien: „Das waren großartige Reisen“, sagt er. 

Persönliche Geschenke erwartet Schmalenbach nicht. Er bittet vielmehr um eine Spende für das Förderwerk St. Matthäus: IBAN: DE 25 4457 0004 0250 9511 01 (oder ein flaches Geschenk für den Geschenkekorb). Wer Sonntag weder zum Gottesdienst noch zum Empfang kommen kann, findet vielleicht die Zeit, am Sonntagnachmittag um 16 Uhr in die Pfarrkirche zu kommen. Dann gibt es dort ein Konzert – zu Ehren Gottes und so ein klein wenig auch für den Mann, der 30 Jahre in seinem Weinberg tätig ist, Pfarrer Ulrich Schmalenbach eben. Den guten Wünschen zu seinem heutigen Ehrentag schließt sich das Altenaer Kreisblatt gerne an.

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