Armin Rogge: Auf Umwegen zum lieben Gott

Pastor Armin Rogge in der Kapelle des St. Vinzenz-Krankenhauses: „Meine Hauptaufgaben im Haus sind zuhören, Trost spenden und Zeit haben.“  Foto: Bonnekoh

Altena -  Sein Lebenslauf enthalte schon ein paar Kurven, scherzt Armin Rogge. Seit dem 9. August gehört der 1964 in Duisburg geborene Mann mit einem Stellenumfang von 50 Prozent zum Seelsorgeteam von St. Matthäus.

Rogge wurde erst als Vierjähriger evangelisch getauft, 1979 konfirmiert, trat 1983 zum katholischen Glauben über, studierte Theologie und verbrachte drei Jahre im Kloster. „Mit dem lieben Gott und der Kirche hatte ich erst einmal gar nichts zu tun.“ Seine Großmutter und ihr Lebensgefährte zogen ihn groß. Beide waren langjährige Mitglieder in der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP).

„Großmutter war in der DKP aktiv“

So wurde Rogge sogar durch seine Pflegeeltern ein „Junger Pionier.“ Erst eine Tante führte ihn zur Kirche – „als ich sieben Jahre alt war und gesagt habe, ,ich werde Priester’ hat das Großmutter nicht sehr ernst genommen.“ Doch nach der Konfirmation 1979 wurde der Wunsch noch stärker. Rogge holte das Abitur an einem Kolleg nach und durchlief eine Ausbildung zum Erzieher bevor er in Lantershofen studierte und 1998 die heilige Priesterweihe empfing. All das – und seine Stimme wird etwas ernst – habe seinen Großeltern und Eltern – Rogge hat einen Stiefvater – schon sehr zugesetzt.

Seit dem 9. August ist Rogge jetzt in Altena als Seelsorger tätig. Seine halbe Stelle gehört zu einem Drittel der Gemeinde St. Matthäus mit allen anfallenden Aufgaben eines Priesters, 20 Prozent widmet er der Krankenhausseelsorge.

Zuhören können sei eine Hauptaufgabe. Und weiter mit Kranken, Besuchern, Angehörigen aber auch den Mitarbeitern des St. Vinzenz-Krankenhauses selbst „Zeit zu verbringen“ und natürlich das heilige Messopfer zu feiern, „all das füllt mich aus, bereitet mir viel Freude.“ Dass er die anderen 50 Prozent seiner Stelle im Bistum Essen als Dienst in der Christus-König-Gemeinde Halver leistet, stört ihn nicht. Auch nicht die damit zwangsläufig verbundene Vielfahrerei. Allein seit August habe er annähernd 10 000 Kilometer mit dem Auto zurück gelegt. „Ich kannte den Märkischen Kreis, das hiesige Sauerland, vor meiner Versetzung nicht. Aber ich muss sagen: Es ist einfach schön hier. In einer solchen Umgebung macht auch die Arbeit Freude.“

Dem Krankenhaus und seinem Team macht Pastor Armin Rogge ein großes Kompliment. „Alles ist unglaublich familiär hier. Da fühlt man sich wohl, gut aufgehoben.“

Mit den Menschen in Altena – konfessionsübergreifend, komme er gut zu Recht. Rogge reist gerne, bezorzugt dabei Deutschland. „Ich finde unser Land wunderschön. Da gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.“ Darüberhinaus liest der Seelsorger gerne Bücher über das Mittelalter. „Wir haben in Duisburg direkt am Rhein gewohnt. Da habe ich mich schon als Kind oft mit einem Buch in der Hand auf eine Bank an den Fluss gesetzt“, erinnert er sich. „Damals war ich ein guter Kunde der Stadtbücherei“.

Dass er heute an seiner Kleidung mit dem weißen Priesterkragen ohne weiteres als katholischer Pastor zu erkennen ist, ist ihm wichtig, dazu stehe er. Seine Familie – der 51-Jährige hat noch drei Brüder und eine Schwester – habe sich heute natürlich längst mit seiner Berufung abgefunden.

„Ich bin nicht mehr das schwarze Schaf “

„Ich bin nicht mehr das schwarze Schaf“, lacht er. Seine Stationen auf dem Weg nach Altena führten ihn nach dem Verlassen des Klosters Kornelimünster bei Aachen ab dem Jahr 2000 über Plettenberg, Bottrop, Rheda-Wiedenbrück und Meinerzhagen in die Stadt an der Lenne. „Vielleicht kennt mich hier noch jemand als Pater Clemens?“, fragt er. Rogge bietet seiner Gemeinde, darüberhinaus jedem Altenaer, an, ihm persönlich zu begegnen, mit ihm zu sprechen. „Das ist mir einfach sehr wichtig.“

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