Wippdrechsler bleibt am Ort

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Auf dem Ziehpferd lassen sich Tisch- und Stuhlbeine in Form bringen. Man darf es auch ausprobieren.

Altena -  Udo Nickel bleibt: Nach einer kreativen Pause, die der Tischlermeister nach Beendigung der zweiten Pop-up-Store-Runde eingelegt hatte, wird er sein Ladenlokal in der Lennestraße dauerhaft geöffnet lassen.

Nicht nur die Arbeit an der Wippdrechselbank empfindet er als lohnenswert, sondern auch die Begegnung mit vielen Menschen, die ihm im Laden gern zusehen.Den Entschluss hat Udo Nickel bereits im Januar gefällt: Sein Hauptberuf als Tischlermeister und Haustechniker ließ noch ein wenig Spielraum für das kreative Hobby Wippdrechseln. „Und das kann ich ja genauso gut hier in der Stadt machen“, erklärt der 50-jährige Altenaer lachend. 

Hat er den Rhythmus gefunden zur Bearbeitung eines neuen Holzstücks, dann kommen die neugierigen Blicke von ganz allein. Einheimische wie auch Touristen treten ein und lassen sich das Konstrukt vom Betreiber gern erklären. „Wippdrechselbänke gibt es nicht so häufig. Ich selbst bin daran gekommen, wie viele meiner Besucher: Ich habe mich als Tourist davon faszinieren lassen“, erklärt Udo Nickel.

Wippdrechseln, das ist klassische Grünholzverarbeitung. Feuchtgelagerte Hölzer spannt er ein und bringt sie mit jedem abgehobelten Span mehr in Form. Mit vielen Sorten hat er experimentiert, manche sind ganz leicht zu bearbeiten und andere schwer zu knacken. Die Arbeit fordert den ganzen Körper - ein Fitnessstudio braucht Udo Nickel nicht. Hat er Lust auf einen Positionswechsel, dann setzt er sich aufs Hobelpferd. Auf dieser traditionellen Ziehbank werden Stuhl- und Tischbeine in Form gebracht.

Kunde, die es sich zutrauen, dürfen selbst mal Hand anlegen nach Udo Nickels Einweisung. Besucht haben ihn schon Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und dem internationalen Ausland. Viele kommen samstags, weshalb die Werkstatt dann zuverlässig ab 11 Uhr geöffnet ist. Gattin Christina hat für die Besucher ganz frisch ein Gästebuch ausgelegt.

Auch Vermieterin Margret Trippe freut sich, dass Leben im Ladenlokal ist. Udo Nickel hat es selbst eingerichtet und mit Werkzeugen ausgestattet. Auch Ausstellungsflächen hat er geschaffen. „Der Laden und ich, wir haben noch Luft nach oben. Man kann hier noch viel draus machen“, berichtet er lachend.

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